2018 über 80 Prozent des U-Bahn-Netzes barrierefrei

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 09.12.2015

  • U4 mit Fertigstellung Rauhes Haus erste barrierefreie U-Bahn-Linie
  • 2016: Elf Haltestellen zeitgleich im Umbau – so viele wie nie zuvor
  • Wichtiger Beitrag zur Inklusion in Hamburg

Seit 2012 macht die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) mit Unterstützung der Freien und Hanstestadt Hamburg Tempo beim barrierefreien Ausbau. Am Donnerstag, 10. Dezember, wird mit der Inbetriebnahme der Aufzüge an der U2/U4-Haltestelle Rauhes Haus bereits die 19. Haltestelle innerhalb dieses Ausbauprogramms fertig gestellt. Im Zuge dessen verfügt Hamburg mit der U4 dann über die erste durchgehend barrierefreie U-Bahn-Linie und über 56 barrierfreie U-Bahn-Haltestellen.

Und die Schlagzahl erhöht sich weiter: Während parallel noch an den U1-Haltestellen Stephansplatz und Klosterstern gebaut wird, geht das Großprojekt mit dem Jahr 2016 nahtlos in Phase II über – und damit in eine Ausbaustufe, die hinsichtlich der Komplexität der Baumaßnahmen und mit Blick auf die zeitgleich im Bau befindlichen Haltestellen ein neues Level erreicht. „21 Haltestellen in vier Jahren auszubauen war ein Kraftakt, der eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen HOCHBAHN, HVV, Behörden, Bezirken, LSBG und LAG erforderte. Mit den Erfolgen aus Phase I im Rücken gehen wir gestärkt in die noch anspruchsvollere Phase II. Zu Beginn des kommenden Jahrzehnts soll dann das komplette Hamburger U-Bahn-Netz barrierefrei sein. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Inklusion voran zu bringen“, erklärt Staatsrat Andreas Rieckhof.

„Der Umbau eines über 100 Jahre alten U-Bahn-Netzes erfordert dabei immer neue Lösungsansätze von unseren Planern und Bauleuten. Die Elemente, die zur Barrierefreiheit führen, sind mit dem Einbau von Aufzügen und Orientierungshilfen sowie einer Bahnsteigerhöhung zwar immer identisch. Aber die Gegebenheiten sind so unterschiedlich, dass wir das Rad oft genug neu erfinden müssen“, beschreibt Jens-Günter Lang, HOCHBAHN-Vorstand für Technik, den Prozess.

2016: Bündelung verschiedener Bauarbeiten innerhalb einer Sperrung

Im Jahr 2016 rückt der nordöstliche Ast der U1 in den Fokus: Die HOCHBAHN wird zwischen den Haltestellen Volksdorf und Großhansdorf im Rahmen einer Sperrung vom 2. Juli bis zum 20. Oktober sowohl aufwändige Brückenbauarbeiten durchführen als auch die Haltestellen Buchenkamp, Ahrensburg West, Ahrensburg Ost und Schmalenbek barrierefrei ausbauen. Die Haltestellen Buckhorn und Ohlstedt werden in diesem Zuge mitausgebaut – dank besonderer betrieblicher Lösungen hier auch ohne Betriebsunter-brechung. Mit der Bündelung verschiedener Baumaßnahmen sollen die Einschränkungen für Fahrgäste so gering wie möglich gehalten werden. Die Bewältigung lokaler Gegebenheiten (schwere Zugänglichkeit durch Dammlage, Gebäude mit vielen Treppen etc.) und der Einsatz von schwerem Gerät in engen Straßen machen die Arbeiten besonders aufwändig.

Zusätzlich wird die HOCHBAHN 2016 die Maßnahmen an den Haltestellen Stephansplatz und Klosterstern aus Phase I fertig stellen und den Ausbau der drei U2-Haltestellen Merkenstraße, Hagendeel und Joachim-Mähl-Straße aufnehmen. Damit sind gleichzeitig elf Haltestellen im Ausbau.

81 Prozent des U-Bahn-Netzes bis Ende 2018 barrierefrei

Nach den U-Bahn-Außenästen baut die HOCHBAHN im Jahr 2017 sechs weitere im Netz verteilte innerstädtische Standorte barrierefrei aus, darunter die hoch frequentierten U3-Haltestellen Lübecker Straße und Hoheluftbrücke sowie die Standorte Habichtstraße und Uhlandstraße, außerdem die U1-Haltestellen Langenhorn Nord und Meiendorfer Weg. Statt einer großen Sperrung werden dafür nur mehrere kurze Sperrungen erforderlich sein.

2018 folgt der Ausbau der verbleibenden Wandsbeker U1-Haltestellen Lohmühlenstraße, Lübecker Straße, Ritterstraße, Wandsbeker Chaussee, Straßburger Straße und Alter Teichweg. Bis zum Ende des Jahres sollen damit etwa 74 Haltestellen, also rund 81 Prozent des U-Bahn-Netzes, barrierefrei sein.

Auf der Zielgeraden zur Barrierefreiheit wird dann insbesondere für die Umsteigepunkte Landungsbrücken, Sternschanze und Jungfernstieg nochmals planerische Höchstleistung gefragt sein: Diese Haltestellen sorgen aufgrund ihrer baulichen Gegebenheiten (Denkmalschutz, Kurvenlage etc.) dafür, dass Planungen komplex und Abstimmungsprozesse besonders langwierig sind.

Insgesamt erfordert der Ausbau der 33 Haltestellen innerhalb der Phase II ein Investitionsvolumen von etwa 180 Millionen Euro. Für den Ausbau der 21 Haltestellen in Phase I sind rund 32 Millionen Euro investiert worden.