Barrierefreiheit für U1-Haltestellen in Stormarn

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 09.06.2016

• Arbeiten in Ahrensburg West und Ahrensburg Ost starten Mitte Juni
• Bündelung von Barrierefreiheit, Brückenerneuerung und Gleisbauarbeiten
• Volksdorf bis Großhansdorf: 2. Juli bis 20. Oktober Busse statt Bahnen



Nachdem seit Ende April bereits in Schmalenbeck kräftig angepackt wird, rücken Mitte Juni nun auch an den Haltestellen Ahrensburg Ost (13. Juni) und Ahrensburg West (20. Juni) die Bauarbeiter an: Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) arbeitet weiter unter Hochdruck am barrierefreien Ausbau des U-Bahn-Netzes. Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem nordöstlichen Ast der U1. Hier wird der barrierefreie Ausbau von sechs Haltestellen – neben den drei schleswig-holsteinischen noch Ohlstedt, Buckhorn und Buchenkamp – mit einer umfangreichen Erneuerung von sieben Brücken sowie notwendigen Gleisbauarbeiten gebündelt.
„Die Vielzahl an Einzelmaßnahmen macht dieses Projekt zum aufwendigsten Instandsetzungs- und Ausbauprojekt der HOCHBAHN seit Jahrzehnten“, so Jens-Günter Lang, Vorstand für Technik bei der HOCHBAHN. Ein enormer Koordinierungs- und Logistikaufwand, denn die Einschränkungen für Fahrgäste sollen so gering wie möglich gehalten werden. Einige Arbeiten sind jedoch nicht bei laufendem Betrieb möglich. Vom 2. Juli bis 20. Oktober 2016 muss die U1 deshalb zwischen den Haltestellen Volksdorf und Großhansdorf in beiden Richtungen gesperrt werden.

Haltestellen-Bauweise macht Herstellung der Barrierefreiheit aufwändig

Die Elemente, die zur Barrierefreiheit führen, sind mit dem Einbau von Aufzügen und Orientierungshilfen sowie einer Bahnsteigerhöhung an jeder Haltestelle identisch. Herausfordernd ist jedoch der Weg zum Ziel: „Individuelle lokale Gegebenheiten wie eine schwere Zugänglichkeit durch die Haltestellenlage, Gebäude mit vielen Treppen und Arbeiten in der Böschung erfordern für jede Haltestelle eine eigene Lösung“, erklärt Jens-Günter Lang. Dies macht die Arbeiten insbesondere an den drei Haltestellen in Schleswig-Holstein, die auch als Kulturdenkmäler klassifiziert sind, besonders aufwendig. Im Zuge der Arbeiten für den barrierefreien Ausbau setzt die HOCHBAHN auch weitere Reparatur- und Modernisierungsarbeiten an den Haltestellen um wie beispielsweise den Einbau neuer elektrischer Türen in den Schalterhallen oder die Sanierung der Bahnsteigwände. Finanziert werden die drei Bauprojekte mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 5,8 Millionen Euro des Landes Schleswig-Holstein, des Kreises Stormarn, der Stadt Ahrensburg und der Gemeinde Großhansdorf.

Dennis Fiedel, Leiter Kommunikation NAH.SH: „Dieses Projekt steht für die gute Zusammenarbeit aller Partner über Landesgrenzen hinweg. Barrierefreiheit ist im Nahverkehr in Schleswig-Holstein seit langem ein wichtiges Thema, unter anderem deshalb gibt es seit 2001 das Stationsprogramm. Schleswig-Holstein war und ist hier Vorreiter. Wir freuen uns, dass es jetzt auch in Ahrensburg die Signale auf grün stehen.“
Dr. Henning Görtz, Landrat Kreis Stormarn: „Barrierefreiheit ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. Deswegen war es dem Kreis Stormarn ein großes Anliegen, die Weichen für dieses Projekt zu stellen.“
Michael Sarach, Bürgermeister Ahrensburg: „Wir packen das Thema Barrierefreiheit in der Innenstadt von Ahrensburg mit vereinten Kräften an. Der Ausbau der beiden U-Bahn-Haltestellen ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg dorthin.“
Janhinnerk Voß, Bürgermeister Großhansdorf: „Die Barrierefreiheit der U-Bahn-Haltestelle Schmalenbeck macht das Leben für viele Menschen leichter – für mobilitätseingeschränkte Menschen genauso wie für Senioren und Familien mit Kindern.“

Ersatzverkehr vom 2. Juli bis 20. Oktober 2016

Durch die Bündelung des barrierefreien Ausbaus mit Brückenbauarbeiten und weiteren Instandsetzungsmaßnahmen muss die Strecke zwischen Volksdorf und Großhandsdorf nur einmal gesperrt werden – aufgrund der Komplexität der Einzelmaßnahmen allerdings für einen längeren Zeitraum vom 2. Juli bis zum 20. Oktober. In dieser Phase wird unter anderem auch die Brücke am Waldreiter Weg wieder vollständig repariert, die durch einen entgleistern Zug beim Sturm im November 2013 beschädigt worden war. Für den Ersatzverkehr setzt die HOCHBAHN 22 Busse ein, die alle U-Bahn-Haltestellen anfahren. Eine Sonderlösung haben die Planer für die Anfahrt der Haltestelle Buchenkamp gefunden: Zwischen diesem Standort und der Haltestelle Volksdorf pendelt ein Shuttle-Bus als Ringlinie, weil die Gelenkbusse des Ersatzverkehrs die engen Straßen im Umfeld der Haltestelle nicht befahren können.



Sperrung der U1
© HOCHBAHN

 

Für Fahrgäste, die von Ahrensburg West kommend mit dem Ziel Buchen-kamp unterwegs sind, macht der Ersatzverkehr an der Bushaltestelle Herkenkrug Halt, so dass ein Umstieg in den Shuttle möglich ist. Fahrgäste sollten für den Ersatzverkehr etwa 20 Minuten mehr Zeit einplanen.

Großprojekt barrierefreier Ausbau im Zeitplan

Seit 2012 verfünffacht die HOCHBAHN das Tempo beim barrierefreien Ausbau und hat seitdem 20 Haltestellen fertiggestellt. Damit sind aktuell 57 U-Bahn-Haltestellen – das entspricht 63 Prozent – im HVV barrierefrei. Aktuell laufen die Arbeiten an den U1-Haltestellen Klosterstern, Ohlstedt, Buchenkamp und Schmalenbeck. Noch im Juni folgen die U1-Haltestellen Ahrensburg Ost (13. Juni) und Ahrensburg West (20. Juni) sowie die U2-Haltestellen Joachim-Mähl-Straße (13. Juni) und Hagendeel (Ende Juni). An der U1-Haltestelle Buckhorn beginnen die Arbeiten Anfang Juli, im Herbst starten sie an der U2-Haltestelle Merkenstraße. Damit werden sich dann zehn Haltestellen parallel im Umbau befinden – so viele gleichzeitig wie noch nie zuvor. Bis Anfang des kommenden Jahrzehnts soll das komplette Hamburger U-Bahn-Netz barrierefrei sein.

Weiterführende Infos

Mehr Infos herzu finden Sie auf unserem Blog.



Ahrensburg Ost

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© HOCHBAHN

Bauliche Maßnahmen

• Erhöhung des Bahnsteigs
• Einbau Seilaufzug/Vertikalsaufzug (Durchlader)
• Installation Blindenleitsystem (Taktiles Leitsystem)
• Neubau eines Aufzugsturms in der Böschung
• Neue Zuwegung zum Aufzug (vom Hang aus)
• Ergänzende Maßnahmen: Sanierung Bahnsteigwände und Betoninstandsetzung, Verschönerungsarbeiten am Haltestellengebäude, neue elektrische Türen in der Schalterhalle, Neugestaltung des Vorplatzes

Herausforderungen

• Bauen in Böschung => schwierige Gründung
• Bauen im Bestand (Haltestelle als „Einfaches Kulturdenkmal“ klassifiziert)

Kosten Umbau

• 1,4 Millionen EUR

Fördergeldgeber

• NAH.SH GmbH (Land Schleswig-Holstein)
• Kreis Storman
• Stadt Ahrensburg



Ahrensburg West

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© HOCHBAHN

Bauliche Maßnahmen

• Erhöhung des Bahnsteigs
• Einbau Seilaufzug (Durchlader), Zugang von der Brücke
• Installation Blindenleitsystem (Taktiles Leitsystem)
• Neuer Fahrgastunterstand im erhöhten Bahnsteigbereich
• Neue Zuwegung vom Bahnsteig zum Aufzug (Steg/Zugang) => Verschwenkung der Gleise und Anpassung Bahnsteig-Kante erforderlich (Gleis 2)
• Ergänzende Maßnahmen: Neues Lichtband am Bahnsteigdach, Sanierung der Bahnsteigwände, Betoninstandsetzung, Einbau Ausstiegshilfen (alle 6 Meter); neue elektrische Türen im Schalterhallengebäude

Herausforderungen

• Gleisverschwenkung und neue Zuwegung
• Bauen im Bestand (Haltestelle als „Einfaches Kulturdenkmal“ klassifiziert)

Kosten Umbau

• 2 Millionen EUR

Fördergeldgeber

• NAH.SH GmbH (Land Schleswig-Holstein)
• Kreis Storman
• Stadt Ahrensburg



Schmalenbeck

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© HOCHBAHN

Bauliche Maßnahmen

• Neubau von zwei Aufzugstürmen (Aufzüge: Durchlader)
• Neubau einer Brücke (Verbindungssteg) über die Bahngleise und Neubau einer Zuwegung zum Bahnsteig entlang des Haltestellengebäudes (keine Gleisverschwenkung erforderlich)
• Erhöhung des Bahnsteigs
• Neubau eines Fahrgastunterstands im erhöhten Bahnsteigbereich
• Installation Blindenleitsystem (Taktiles Leitsystem)
• Neue elektrische Türen in der Schalterhalle
• Ergänzende Maßnahmen: Sanierung Bahnsteigwände und Betoninstandsetzung

Herausforderungen

• Schmalenbeck ist die herausforderndste der drei Haltestellen in Schleswig-Holstein
• Steiler Hang, aufwendige Gründung und schwierige Zuwegung
• Kostenintensiv: 2 Aufzüge
• Bauen im Bestand (Haltestelle ist klassifiziert als „Einfaches Kulturdenkmal“)

Kosten Umbau

• 2,4 Mio. EUR

Fördergeldgeber

• NAH.SH GmbH (Land Schleswig-Holstein)
• Kreis Storman
• Gemeinde Großhansdorf