Grundstein für die U-Bahn-Erweiterung

Unternehmen, Infrastruktur | 12.10.2017

  • Neue U-Bahn-Werkstatt und -Waschstraße für mehr U-Bahn-Züge
  • Voraussetzung für geplanten U-Bahn-Netzausbau
  • Investitionen in Höhe von 44 Millionen Euro am Standort Billstedt
HOCHBAHN Bahnbetriebshof Billstedt
So wird der Bahnbetriebshof in Billstedt aussehen. © HOCHBAHN

 

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts baute die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) letztmals eine komplett neue U-Bahn-Werkstatt. Mit der Betriebswerkstatt in Farmsen reagierte das Unternehmen damals auf den umfangreichen Netzausbau in der Nachkriegszeit und die damit stark ansteigende U-Bahn-Flotte in Hamburg.

Heute, rund 50 Jahre später, legten Verkehrssenator Frank Horch und Jens-Günter Lang, Technikvorstand der HOCHBAHN, den Grundstein für einen neuen Werkstattstandort in Billstedt. Östlich der Haltestelle Legienstraße entstehen derzeit im Gleisbereich eine komplett neue Werkstatt und eine Waschstraße für U-Bahnen. Mit der Hauptwerkstatt in Barmbek und der Betriebswerkstatt am Standort Farmsen verfügt die HOCHBAHN künftig über drei moderne Werkstattkomplexe für Reparaturen, Wartung, Instandhaltung und Pflege der mittlerweile 250 Fahrzeuge umfassenden U-Bahn-Flotte.

Bei der heutigen Grundsteinlegung wurde einer jahrhundetelangen Tradition enstprechend auch eine Zeitkapsel eingemauert. In diese Zeitkapsel hatten die Beteiligten zuvor den Bauplan des neuen Gebäudes, einige Münzen als Symbol für die Finanzierung und eine aktuelle Tageszeitung gelegt.

Senator Frank Horch: „Für die Mobilität der Zukunft ist die Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs unerlässlich. Das schließt Bus und Bahn genauso ein wie Car-Sharing, Shuttle-Dienste und andere innovative Mobilitätsformen. Ein wesentliches Element ist der Ausbau des U-Bahn-Netzes. Hierfür steht auch die heutige Grundsteinlegung für die Betriebswerkstatt in Billstedt.“

Die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen steigen in Hamburg seit Jahren. Im letzten Jahr fuhren über 232 Millionen Fahrgäste mit der U-Bahn. In diesem Jahr wird mit einem weiteren Anstieg um mehr als 3,5 Millionen Fahrgäste gerechnet. Um dieser Entwicklung auch künftig Rechnung tragen zu können, müssen ausreichende Fahrzeugkapazitäten zur Verfügung stehen. Deshalb wird die U-Bahn-Flotte in den kommenden Jahren weiter anwachsen. Das erfordert den Ausbau der Infrastruktur um eine zusätzliche Werkstatt für Inspektions- und Wartungsarbeiten.

Gleichzeitig wird das U-Bahn-Netz weiter ausgebaut: Ende des kommenden Jahres wird die U4 bis zu den Elbbrücken verlängert. Parallel dazu laufen die Planungen zur Verlängerung der U4 auf die Horner Geest und für den Bau der neuen Hamburger U-Bahn-Linie U5. Mit der Inbetriebnahme dieser Strecken wird der Fahrzeugbedarf sukzessive deutlich ansteigen. Die neue Werkstatt ist damit ein wichtiges Element des U-Bahn-Netzausbaus.

Jens-Günter Lang: „Der Standort ist für uns optimal, denn er liegt direkt an U2 und U4. Künftig können wir hier alle auf diesen Linien fahrenden U-Bahnen warten und reinigen. Damit ist die neue Werkstatt die ideale Ergänzung zur Betriebswerkstatt Farmsen und wir können die Zahl der notwendigen Ein- und Aussetzfahrten deutlich reduzieren.“

Ab Anfang 2019 kann am Standort Billstedt parallel an vier kompletten 120-Meter-Zügen gearbeitet werden. Bis zu 28 U-Bahn-Züge pro Tag können hier Wartung, Reparatur und Reinigung durchlaufen. Gebaut wird die Werkstatt im Einschnitt östlich der Legienbrücke zwischen den U2/U4-Haltestellen Legienstaße und Billstedt. Das geschlossene Gebäude wird vier Gleise haben, 135 Meter lang und 34 Meter breit sein. Im Bereich westlich der Legienbrücke entsteht zudem eine neue U-Bahn-Waschstraße mit einem Gleis und einer Länge von ebenfalls 135 Metern sowie einer Breite von sieben Metern.

Die neue Betriebswerkstatt wird nicht nur in ansprechendem Industriedesign gebaut, sondern auch eine attraktive Dachbegrünung erhalten. Die Investitionssumme liegt bei rund 44 Millionen Euro. Die neue Werkstatt ergänzt die bestehenden U-Bahn-Werkstätten in Barmbek und Farmsen. Diese Standorte stoßen derzeit schon an ihre Kapazitätsgrenze. Eine Erweiterung vor Ort war aufgrund der sehr begrenzten Flächen nicht möglich.

 

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