Massive Einschränkungen durch ver.di-Streik

Unternehmen, Betrieb und Kunden | 28.11.2020

  • Keine U-Bahnen und Busse für 24 Stunden
  • Entscheidung angesichts Corona-Lage unvermeidbar
  • Unverständnis für Streikaufruf trotz Vorschlag zu Schlichtung

In den frühen Morgenstunden hat der Einsatzstab der Hamburger Hochbahn (HOCHBAHN) die Lage um den von ver.di angekündigten 24-Stunden-Streik analysiert und daraufhin entschieden, den Betrieb mit Bussen und U-Bahnen für den heutigen Tag nicht aufzunehmen. Das betrifft alle HOCHBAHN- Buslinien und alle vier U-Bahn-Linien. Angesichts der aktuell nach wie vor hohen Infektionszahlen gilt es aus Sicht des Einsatzstabes zu vermeiden, dass sich Fahrgäste mit der Hoffnung auf ein vermeintliches Verkehrsangebot in wenige, überfüllte Fahrzeuge zwängen. Auch ein eingeschränkter Notbetrieb würde hier keine Lösung bieten.

Das Streikende ist für den morgigen Sonntag, 3.00 Uhr, angekündigt. Die HOCHBAHN geht davon aus, dass ab Betriebsbeginn dann wieder alle Busse und U-Bahnen den Betrieb aufnehmen können.

Die HOCHBAHN bedauert die Einschränkungen für ihre Kundinnen und Kunden, insbesondere da der Streik aus Sicht des Unternehmens absolut unverständlich ist. Die Arbeitgeberin hat ver.di nach vier Verhandlungsrunden ohne echte Annäherung den Vorschlag für ein Schlichtungsverfahren unterbreitet. Klares Ziel ist es, den Tarifkonflikt möglichst noch vor Weihnachten beizulegen. Dies wäre gerade für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiges Zeichen für Sicherheit und Stabilität zum Ende eines durch Corona außergewöhnlich belastenden Jahres.

Die HOCHBAHN hat ver.di zum Entgelt ein tragfähiges Angebot auf Basis des TVöD vorgelegt. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) kam zuletzt bundesweit für mehrere Abschlüsse bei Verkehrsunternehmen zur Anwendung. Über diesen Rahmen hinaus hat die HOCHBAHN außerdem weitere Entlastungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten – u.a. zusätzliche freie Tage für geleistete Nachtarbeit. Selbst der letzte Vorschlag von ver.di lag hingegen erneut weit über dem Niveau des TVöD: Allein für 12 Monate wurde das Dreifache gefordert. Außerdem sollen zusätzliche Forderungen über Entlastungen ins Frühjahr verlagert werden.

Die HOCHBAHN zeichnet sich durch gute Arbeitsbedingungen aus. Jede geleistete Arbeitsstunde wird tarifgerecht erfasst und monetär oder zeitlich ausgeglichen. Dies spiegelt sich auch in einem entsprechend hohen Interesse auf dem Bewerbermarkt wieder: Im letzten Jahr gab es allein 3 000 Bewerbungen für den Fahrdienst. 2020 werden über 300 Busfahrerinnen und Busfahrer sowie 80 Zugfahrerinnen und Zugfahrer eingestellt. Nähere Informationen hierzu im Themendienst anbei.

Die Situation am Samstag wird für die Hamburgerinnen und Hamburger dadurch verschärft, dass ver.di auch bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) für den heutigen Tag zu einem Streik aufgerufen hat. Dieser soll ebenfalls für 24 Stunden laufen. Nicht betroffen von Streikmaßnahmen sind die S-Bahn und die Regionalbahnen.