Mehr Service und neue Angebote für mehr Kunden

Unternehmen, Infrastruktur | 25.06.2018

• Rund 15 Millionen mehr Fahrgäste im vergangenen Jahr
• Wirtschaftsergebnis auf Rekordniveau
• Neue Service- und Mobilitätsangebote als Alternative zum privaten Pkw

Das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr für die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN). Die Fahrgastzahlen stiegen im Jahr 2017 um 3,3 Prozent auf den Rekordwert von 458,8 Millionen (2016: 444,1 Millionen). Damit nutzten 14,7 Millionen mehr Fahrgäste das Bus- und U-Bahn-Angebot des größten Verkehrsunternehmens im Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Die Umsatzerlöse stiegen auf 525,1 Millionen Euro. Das Jahresergebnis konnte die HOCHBAHN nochmals um rund 6 Millionen Euro verbessern. Damit sank der Jahresfehlbetrag erstmals unter die 50-Millionen-Marke auf 44,9 Millionen Euro (2016: 50,9 Millionen Euro). Der Kostendeckungsgrad erreichte den Spitzenwert von 92,9 Prozent (2016: 91,6 Prozent).

Der Aufsichtsratsvorsitzende Senator Frank Horch, Präses der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, betonte anlässlich der Vorstellung des Jahresabschlusses der HOCHBAHN: „Die steigenden Fahrgastzahlen und das hervorragende Wirtschaftsergebnis zeigen, dass wir mit dem Mobilitätsangebot auf dem richtigen Weg sind. Großprojekte wie U-Bahn-Netzausbau und barrierefreier Umbau des Bestandssystems liegen exakt im Kosten- und Zeitplan. Gleichzeitig sind im vergangenen Jahr die entscheidenden Voraussetzungen für die Elektrifizierung der kompletten Busflotte geschaffen worden."

U-Bahn-Netzausbau im strategischen Fokus

Ein attraktives Angebot mit Bussen und Bahnen sei der entscheidende Hebel, um noch mehr Menschen zum Umsteigen vom privaten Pkw zu bewegen, so Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN: "Busse und Bahnen sind und bleiben das Rückgrat der städtischen Mobilität. Die hier investierten Mittel sorgen für weniger private Pkw-Fahrten und steigern damit die Lebensqualität in der Stadt."

Neben der U4-Strecke bis zu den Elbbrücken, die Ende des Jahres in Betrieb gehen soll, beginnt in Kürze auch das Planfeststellungsverfahren zur Verlängerung der U4 am östlichen Ende auf die Horner Geest. Läuft alles nach Plan, starten die Baumaßnahmen schon im kommenden Jahr. Beim größten Projekt, der neuen Hamburger U-Bahn-Linie U5, konnte im letzten Jahr im östlichen Abschnitt zwischen Bramfeld und der City Nord die Vorentwurfsplanung mit der Entscheidung zur Trasse und zu den Haltestellen abgeschlossen werden, das Planfeststellungsverfahren soll im Frühjahr 2019 beginnen. Für die U5 Mitte wird die aktuell laufende Machbarkeitsuntersuchung noch in diesem Sommer abgeschlossen. Die weiterführende Vorentwurfsplanung, die von einer intensiven Bürgerbeteiligung begleitet wird, startet unmittelbar im Anschluss.

Henrik Falk: "Eine grundsolide Planung beim Bau der neuen U-Bahn ist die absolute Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt. Die Akzeptanz erhalten wir aber vor allem durch die intensive Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger. Das ist keine leichte Aufgabe. Wir sind aber überzeugt, dass die Kombination aus solider Plaung und intensiver Beteiligung das Erfolgsmodell für den U-Bahn-Netzausbau in Hamburg ist."

Für den Westen Hamburgs wird derzeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht, ob die Anbindung des Osdorfer Borns und der Arenen durch eine U-Bahn- oder eine S-Bahn-Lösung erfolgen soll.

Der Weg zur E-Flotte

Noch in diesem Jahr werden die ersten serienreifen Elektrobusse auf Hamburgs Straßen rollen. Nach einer europaweiten Ausschreibung im vergangenen Jahr bestellte die HOCHBAHN vor kurzem 30 Batteriebusse und optionierte 30 weitere für das Jahr 2020. Damit hat das Unternehmen die Umstellung der kompletten Busflotte auf emissionsfreie Antriebe eingeläutet.

Parallel dazu läuft der Aufbau der notwendigen Infrastruktur für Stromversorgung, Ladetechnik, Werkstätten und Steuerungssysteme. Anfang kommenden Jahres wird der neue Busbetriebshof Gleisdreieck in Alsterdorf in Betrieb gehen – der erste Busbetriebshof, der komplett auf E-Mobilität ausgerüstet und künftig bis zu 240 emissionsfreie Elektrobusse aufnehmen wird. 70 Millionen Euro Investitionen sind für den Bau veranschlagt. Gleichzeitig beginnt der Umbau aller weiteren Busbetriebshöfe in Harburg, Wandsbek, Hummelsbüttel und Langenfelde.

Auch im konventionellen Busbereich erreichte die HOCHBAHN einen Meilenstein: Seit Jahresanfang umfasst die Flotte nur noch Busse mit Euro 5-Standard oder besser. Henrik Falk: "Im kommenden Jahr werden wir letztmals Dieselbusse anschaffen. Diese Antriebstechnlogie ist damit ein Auslaufmodell für uns. Das ist nicht weniger als ein radikaler Umbruch im Nahverkehr. Damit setzen wir Maßstäbe und machen die Stadt noch lebenswerter."

Investitionen von zwei Milliarden Euro in einer Dekade

Auch die Investitionen der HOCHBAHN erreichten ein Rekordniveau: Im vergangenen Jahr investierte das Unternehmen rund 243 Millionen Euro – mehr als je zuvor. „Hier schlagen vor allem die Modernisierung der Bus- und U-Bahn-Flotte, aber auch der barrierefreie Ausbau der U-Bahn-Haltestellen zu Buche. Von den Investitionen profitieren die Kunden und die Umwelt“, betonte HOCHBAHN-Finanzvorstand Helmut König. „Und wir werden weiter massiv in Flotte und Infrastruktur des Hamburger Nahverkehrs investieren."

Wichtige Investitionsprojekte der HOCHBAHN sind im Einzelnen:

  • die Modernisierung der Busflotte: Für 42,4 Millionen Euro kaufte die HOCHBAHN im vergangenen Jahr neue Busse. Für 2018 sind mit der Anschaffung der ersten serienreifen Elektrobusse sogar Investitionen in Höhe von über 54 Millionen Euro geplant.
  • die Modernisierung der U-Bahn-Flotte: Für über 550 Millionen Euro wird die HOCHBAHN bis 2019 insgesamt 118 Fahrzeuge vom Typ DT5 beschafft haben.
  • der barrierefreie Ausbau des Bestandsnetzes: Im Jahr 2017 investierte die HOCHBAHN 16,1 Millionen Euro. Für 2018 sind sogar knapp 43 Millionen Euro geplant. An insgesamt 14 Haltestellen wird in diesem Jahr gebaut.
  • der U-Bahn-Netzausbau: Für die Verlängerung der U4 zu den Elbbrücken fielen im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von rund 23 Millionen Euro an. Für 2018 sind weitere knapp 22 Millionen Euro geplant.

Finanzvorstand Helmut König: „Das gute Ergebnis aufgrund steigender Fahrgastzahlen geben wir mit den Investitionen an unsere Kunden zurück – für mehr Komfort und eine umweltverträgliche Mobilität. In dieser Dekade werden es insgesamt über zwei Milliarden Euro sein. Davon dürften allein rund 50 Prozent in die Hamburger Wirtschaft fließen. "Auch für den Hamburger Arbeitsmarkt gab es positive Impulse: Insgesamt konnte die HOCHBAHN seit Anfang 2017 rund 200 neue Arbeitsplätze schaffen. Vor allem wurden zusätzliche Bus- und U-Bahn-Fahrer eingestellt, aber auch der Planungsbereich für den U-Bahn-Netzausbau wurde personell aufgestockt.

Konsequent vom Kunden her denken und neue Lösungen schaffen

Laut HOCHBAHN-Chef Henrik Falk ist die HOCHBAHN auf einem erfolgreichen Weg, bei allen betrieblichen Herausforderungen noch konsequenter vom Kunden her zu denken. "Das fängt bei den Serviceleistungen an", so Henrik Falk. Gerade in den letzten Jahren hat sich das Unternehmen stärker auf die Kunden zubewegt. So beurteilen aktuell 91 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger die HOCHBAHN als ein Unternehmen, das Kundenorientierung groß schreibt. 2016 lag der entsprechende Werte noch um 16 Prozentpunkte niedriger.

Henrik Falk: "Hierauf können wir aufbauen und konsequent nach Lösungen für unsere Kunden suchen, um unser Mobilitätsangebot noch passgenauer zu machen." Neben neuen Self-Service-Terminals, die sukzessive die alten Fahrkartenautomaten ersetzen sollen, und der Neugestaltung der hochbahneigenen HVV-Servicezentren strebt das Unternehmen im Verbund mit den anderen Verkehrsunternehmen ein einfaches Online-Bezahlsystem mit Bestpreisgarantie per Smartphone an (Check-In / Be-Out). Noch in diesem Sommer werden die ersten Tests starten.

"Wir müssen schlicht die Kundenbedürfnisse möglichst gut kennen, Dinge einfacher machen und ganz klare Mehrwerte schaffen", so der HOCHBAHN-Chef. Das habe auch das WLAN-Angebot eindrucksvoll belegt. Seit der Vollausstattung aller Busse zum Jahresanfang hat sich das genutzte Datenvolumen binnen sechs Monaten verdoppelt. Ende des Jahres werden zudem alle 91 U-Bahn-Haltestellen mit kostenfreiem WLAN ausgestattet sein.

Sehr erfolgreich läuft auch das Informationsangebot bei Störungen über WhatsApp. 30.000 Kunden nutzen diesen Service bereits. Diese Idee, die unlängst mit dem Deu-tschen Preis für Onlinekommunikation ausgezeichnet wurde, plant die HOCHBAHN jetzt auch für die Buslinien umzusetzen. "Mit mehr als 110 Buslinien ist die Aufgabe natürlich noch einmal deutlich komplexer als bei der U-Bahn. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir schon im kommenden Jahres eine Lösung präsentieren können", so Henrik Falk.

Neue Angebote näher am Pkw

Eine zunehmend wichtige Rolle werden laut HOCHBAHN künftig neue Mobilitätsangebote spielen. Hierunter fallen Bike- und Carsharing-Angebote, aber auch neue Formen wie Ridepooling. "Auch wenn wir einen wirklich guten Job machen und unsere Servicequalität nachhaltig steigern, müssen wir schlicht zur Kenntnis nehmen, dass wir nicht jeden zum Umstieg in Busse und Bahnen motivieren können", erläuterte Henrik Falk. „Die Kunden erwarten ein bedarfsgerechtes Angebot ohne Verzicht für jede Lebenslage. Die neuen Mobilitätsangebote, die näher am Pkw liegen, bieten dort eine große Chance, denn sie ergänzen den Hamburger ÖPNV. Durch die Digitalisierung wird shared mobility zum Standard innerstädtischer Mobilität.“

Die Integration aller "geteilten" Mobilitätsangebote im HVV auf einer Plattform ist das Ziel von switchh. Die Entwicklung einer neuen umfassenden App-Lösung läuft auf Hochtouren. Spätestens Anfang kommenden Jahres soll sie starten. Parallel dazu werden immer mehr switchh-Punkte errichtet. Neben den Standorten an den ÖPNV-Knotenpunkten werden in diesem und nächsten Jahr zahlreiche switchh-Punkte in den Quartieren entstehen, die den Zugang zu Sharing-Angeboten so komfortabel wie möglich machen sollen. Bis Ende des Jahres soll es in Hamburg insgesamt 45 switchh-Punkte geben.

Die Tür zur Zukunft stößt die HOCHBAHN auch mit dem Projekt HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) auf. Schon ab dem kommenden Frühjahr soll dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt in der HafenCity den Nachweis erbringen, dass autonom fahrende Busse in den öffentlichen Personennahverkehr integrierbar sind.

Senator Frank Horch: „Mit intelligenten und nachhaltigen Angeboten stärken wir nicht nur unseren Nahverkehr, sondern unterstreichen auch unsere Ambitionen, Modellstadt für moderne urbane Mobilität in Deutschland zu werden.“