The HEAT goes on: Rückkehr in die HafenCity

Unternehmen, Innovative Antriebstechnologien | 03.05.2021

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Wieder zurück in der HafenCity: Der autonome Kleinbus HEAT. © HOCHBAHN
  • Autonomer Kleinbus ab sofort auf ganzer Teststrecke unterwegs
  • Forschungs- und Entwicklungsprojekt auf der Zielgeraden
  • Vorbereitungen der Fahrgastfahrten im Spätsommer laufen

Nach dreimonatigem Boxenstopp ist HEAT planmäßig zurück in der HafenCity. Ab sofort ist der autonome Kleinbus auf der kompletten Teststrecke von 1,8 Kilometern Länge unterwegs. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h absolviert das Fahrzeug jetzt die Testfahrten zur Vorbereitung des nächsten Fahrgastbetriebes im Spätsommer.

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender Hamburger Hochbahn AG: „Schon jetzt ist klar: HEAT ist ein großer Erfolg. Erstmals ist ein autonomer Shuttle unter realen Verkehrsbedingungen mitten in einer deutschen Metropole unterwegs – und für eine breite Masse erlebbar. Genau solche Realversuche bringen dem Forschungsfeld den nötigen Schub.“

Trotz Pandemie konnte das in dieser Form einmalige Projekt fast ungehindert umgesetzt werden. Oberstes Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprojektes ist die Beantwortung der Frage, ob autonome Kleinbusse sich für den Einsatz im ÖPNV eignen und akzeptiert werden. Es ist das erste Mal, dass in einem Versuchsbetrieb die straßenseitige Infrastruktur mit dem automatisierten Shuttle kommuniziert und ihm wichtige Umfeld-Informationen übermittelt. Auch die Einbindung der Leitstelle eines Verkehrsunternehmens ist in Deutschland ein Novum.

Matthias Kratzsch, CEO von IAV, sagt: „Über die Wintermonate haben wir der AD-Technik des Shuttles ein umfangreiches Update verpasst. Die Sensoren wurden auf den neuesten Stand der Technik gebracht und ein zusätzlicher Lidar-Sensor installiert. Damit ist das Shuttle nun bestens gerüstet, um auf der erweiterten, mehrspurigen Teststrecke selbstständig die Fahrspur zu wechseln, links abzubiegen und Kreuzungen zu queren.“

Weitere Neuerungen sind ein verbessertes Bedien- und Anzeigen-Instrument für die Fahrzeugbegleiter sowie weiterentwickelte Scheinwerfer und Heckleuchten für ein noch prägnanteres Erscheinungsbild.

Parallel hat das Projektteam der Siemens Mobility die Entwicklung der straßenseitigen Infrastruktur und der Leitstelle vorangetrieben, um auch in diesen Bereichen den Innovationsgedanken eines autonom fahrenden Shuttles gerecht zu werden. Da die Teststrecke erweitert wurde, wurden zudem, in Kooperation mit der Stadt Hamburg, an diversen Schlüsselstellen neue Infrastruktur-Aufbauten in Betrieb genommen.

Durch engmaschige Befragungen konnten bereits erste Erkenntnisse zur Akzeptanz für autonomes Fahren gewonnen werden. Denn der einmonatige Fahrgastbetrieb im vergangenen Jahr stieß auf großes Interesse: Trotz pandemiebedingter Einschränkungen gab es knapp 600 Fahrgäste und fast 5 000 Interessierte Website-Besucher.

Der finale Meilenstein des Forschungs- und Entwicklungsprojektes ist der Fahrgastbetrieb auf der kompletten Teststrecke im Spätsommer. Dann wird das Fahrzeug den Rundkurs inklusive fünf Haltestellen mit Passagieren autonom absolvieren, ein Fahrzeugbegleiter bleibt zur Sicherheit bis zum ITS-Weltkongress an Bord.