U1-Barrierefreiheit: Sechs auf einen Streich

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 06.06.2018

So wird die U-Bahn Haltestelle Lohmühlenstrasse nach dem barrierefreien Ausbau aussehen.
So wird die U-Bahn Haltestelle Lohmühlenstrasse nach dem barrierefreien Ausbau aussehen. © HOCHBAHN
  • Sommerferien 2018: barrierefreier Ausbau auf östlichem U1-Ast

  • Bauarbeiten, Sperrungszeiten und -abschnitte gebündelt  

  • U3, S1 und Busse als Alternativen

Tempo für Barrierefreiheit. Das laufende Jahr kann mit einem neuen Rekord im Hamburger U-Bahn-Netz aufwarten: An insgesamt 14 Haltestellen baut die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) im Zuge des barrierefreien Ausbaus. Zwei Maßnahmen (Hoheluftbrücke, Uhlandstraße) konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Sechs weitere Projekte (Langenhorn Nord, Meiendorfer Weg, Hagendeel, Joachim-Mähl-Straße, Habichtstraße, Lübecker Straße (U3)) werden noch in diesem Jahr fertiggestellt.

Die sechs weiteren U-Bahn-Haltenstellen, an denen in diesem Jahr gebaut wird, liegen auf dem östlichen Ast der U1: Ritterstraße, Wandsbeker Chaussee, Lohmühlenstraße, Lübecker Straße, Alter Teichweg, Straßburger Straße. Rund 110.000 Fahrgäste steigen an diesen Haltestellen ein oder aus. Im Rahmen des barrierefreien Ausbaus werden nun Aufzüge eingebaut, die Bahnsteige erhöht und taktile Leitsysteme für sehbehinderte Fahrgäste installiert. Im Sommer kommenden Jahres sollen die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sein. Die HOCHBAHN investiert für die sechs Haltestellen im Rahmen des Senatsprogramms zum barrierefreien Ausbau rund 26,3 Millionen Euro.

In diesem Sommer werden in den sechs Haltestellen auf dem östlichen Ast der U1 nun die Arbeiten durchgeführt, die nicht im laufenden U-Bahn-Betrieb erfolgen können. In den Sommerferien fahren rund 15 Prozent weniger Menschen als sonst mit der U-Bahn. Deshalb hat die HOCHBAHN alle Arbeiten in einem engen Zeitfenster gebündelt.

Volker Schmidt, HOCHBAHN-Projektleiter: "Wir haben nur acht Wochen Zeit, um alle Arbeiten in den sechs Haltestellen abzuschließen, die nicht im laufenden Betrieb möglich sind. Logistisch ist das ein Kraftakt. Aber am 18. August zu Betriebsbeginn soll die U1 wieder auf der kompletten Strecke fahren." Lediglich an der Haltestelle Alter Teichweg werden die U-Bahnen noch bis Ende September nur an jeweils einem Bahnsteig halten können. Der gegenüberliegende Bahnsteig wird ohne Halt durchfahren.

Neben der Bündelung soll auch die Einrichtung einer "Wanderbaustelle" die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich halten. Hierdurch wird vermieden, die komplette U1-Strecke zwischen Hauptbahnhof und Wandsbek-Gartenstadt zu sperren. Die Bauarbeiten werden so koordiniert, dass immmer nur kürzere Streckenabschnitte für zwei bzw. drei Wochen gesperrt werden müssen.

In den ersten drei Wochen (25.6.-15.7.) konzentrieren sich die Arbeiten auf die Haltestellen Lohmühlenstraße und Lübecker Straße. In dieser Phase ist die U1 zwischen Hauptbahnhof Süd und Wartenau gesperrt. In den darauffolgenden gut zwei Wochen (16.7.-1.8.) folgen die Haltestellen Ritterstraße und Wandsbecker Chaussee (Sperrung zwischen Wartenau und Wandsbek Markt). Die Haltestellen Straßburger Straße und Alter Teichweg stehen vom 2.8-17.8. im Fokus (Sperrung zwischen Wandsbek-Markt und Wandsbek-Gartenstadt).

Schnellbahn-Alternativen und Ersatzverkehr mit Bussen

Bis die U1 am 18. August zu Betriebsbeginn wieder auf der kompletten Strecke fahren kann, empfiehlt die HOCHBAHN ihren Fahrgästen auf andere Schnellbahnen auszuweichen, wo dies möglich ist: So können die Fahrgäste aus bzw. in Richtung Norden ab Wandsbek-Gartenstadt die U3 nutzen und so die komplette Sperrung umfahren. Mit Ausnahme der zweiten Juli-Hälfte (Sperrung Wartenau-Wandsbek Markt) können die Fahrgäste auch die S1 nutzen, um ihr Fahrziel über die Haltestelle Wandsbeker Chaussee zu erreichen.

Projektleiter Volker Schmidt: "Wir empfehlen allen Fahrgästen, möglichst auf die U3 oder die S1 auszuweichen. Die Fahrzeit in die Innenstadt verlängert sich dadurch nur wenig. Auch den S-Bahn-Fahrgästen, die normalerweise an der Haltestelle Wandsbeker Chaussee in die U1 wechseln, empfehlen wir in der zweiten Sperrungsphase die U3 über Barmbek zu nutzen."

Um die umsteigenden Fahrgäste aufzunehmen, wird die HOCHBAHN auch in den Sommerferien "Verstärkerfahrten" auf der U3 planen, sodass in den Hauptverkehrszeiten drei U-Bahnen in zehn Minuten fahren. Zudem setzt die HOCHBAHN im Zeitraum vom 25. Juni bis 17. August Busse ein, die in den gesperrten Streckenabschnitten im Takt der U1 fahren. Sie halten an allen Haltestellen der U1 auf dem betreffenden Abschnitt. Je nach Wochentag und Tageszeit setzt die HOCHBAHN bis zu 20 Busse im Ersatzverkehr ein. Da sich die Fahrzeit je nach Verkehrslage um bis zu 20 Minuten verlängern kann, empfiehlt die HOCHBAHN, mehr Zeit für die Fahrt einzuplanen.

Die Sperrungen im Überblick:

25. Juni - 15. Juli: U1-Hauptbahnhof Süd – Wartenau:

Der Ersatzverkehr mit Bussen fährt alle Haltestellen zwischen Hauptbahnhof Süd und Wartenau an.

Fahrempfehlung: die U3 über Berliner Tor oder die S1 ab Barmbek bzw. Hauptbahnhof. Am 14. und 15. Juli wird die Sperrung aufgrund von Großveranstaltungen auf den Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof Süd und Lübecker Straße verkürzt.

16. Juli - 1. August: Wartenau – Wandsbek Markt

Der Ersatzverkehr mit Bussen fährt alle Haltestellen zwischen Wartenau und Wandsbek-Markt sowie zusätzlich die Haltestelle Lübecker Straße an.

Fahrempfehlung: die U3 bis Lübecker Straße und dann die U1 Richtung Innenstadt. Vom 28. bis 29. Juli wird die Sperrung aufgrund von Großveranstaltungen aufgehoben. Die Züge fahren jedoch ohne Halt durch die Haltestellen Ritterstraße und Wandsbeker Chaussee. Diese Haltestellen werden dann über Busse im Ersatzverkehr erreichbar sein.

2. August - 17. August: Wandsbek Markt – Wandsbek-Gartenstadt

Der Ersatzverkehr mit Bussen fährt alle Haltestellen zwischen Wandsbek Markt und Wandsbek-Gartenstadt an.

Fahrempfehlung: die U3 ab Wandsbek-Gartenstadt über Barmbek. Am 18. und 19. August wird die Sperrung aufgrund von Großveranstaltungen aufgehoben und die Züge fahren ohne Halt durch die Haltestellen Straßburger Straße und Alter Teichweg. Diese Haltestellen werden dann über Busse im Ersatzverkehr erreichbar sein.

Investitionen in die Barrierefreiheit

Der barrierefreie Ausbau für die sechs U1-Haltestellen umfasst ein Volumen von rund 26,3 Millionen Euro. Auf die einzelnen Haltestellen entfallen folgende Investitionen:

• Lohmühlenstraße: 4,2 Millionen Euro

• Lübecker Straße: 4,4 Millionen Euro

• Ritterstraße: 3,9 Millionen Euro

• Wandsbeker Chaussee: 4,5 Millionen Euro

• Straßburger Straße: 4,0 Millionen Euro

• Alter Teichweg: 5,3 Millionen Euro

Sommer 2019: U1 Ost fast barrierefrei

Wenn im Sommer kommenden Jahres die Arbeiten an fünf Haltestellen abgeschlossen sind, ist der östliche Ast vom Hauptbahnhof bis Ohlstedt bzw. Großhansdorf fast komplett barrierefrei erreichbar. Lediglich die Bauarbeiten an der Haltestelle Straßburger Straße können aufgrund baulicher Herausforderungen erst im Frühjahr des darauffolgenden Jahres abgeschlossen werden. Die Haltestelle Kiekut wird aufgrund des geringen Fahrgastaufkommens nicht umgebaut.