U1-Kiekut: Sanierung der Schalterhalle notwendig

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 12.01.2018

  • Schalterhalle vorerst wegen Wandrissen geschlossen
  • Temporärer Zugang sichert Erreichbarkeit der Haltestelle

Die seit rund 100 Jahren existierende U1-Haltestelle Kiekut wird fit gemacht. An einigen Stellen in der Schalterhalle sind Wandrisse aufgetreten. Deshalb wird die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) sorgfältige Untersuchungen von Boden und Mauerwerk durchführen, um die Ursache zu finden und zu beheben. Für die umfangreichen Untersuchungen und die anschließende Sanierung ist es notwendig, die Schalterhalle vorerst zu schließen. Ein temporärer Zugang dient während dieser Zeit als Ersatz, sodass die Fahrgäste den Bahnsteig auch in der Bauphase erreichen können. Voraussichtlich im Jahr 2019, wenn die Untersuchungen und alle daran anschließenden notwendigen Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Schalterhalle wieder eröffnet.

Der temporäre Zugang wird für die Zeit der Untersuchungen und Sanierung als temporäre Gerüstkonstruktion von der Straßenbrücke „Bei den Rauhen Bergen“ hergestellt. Dabei wird das Brückengeländer teilweise geöffnet und eine überdachte Treppenanlage mit einem anschließenden Steg aufgebaut. Über diesen Steg erreichen die Fahrgäste den Bahnsteig. Der temporäre Zugang wird mit Fahrausweisautomat, Informationstafeln und entsprechender Beschilderung ausgestattet.


Die Bauarbeiten beginnen in Kürze. Mitte Februar soll, wenn das Wetter mitspielt, der temporäre Zugang fertiggestellt sein, sodass dann zeitnah die Arbeiten in der Schalterhalle beginnen können.


Die U1-Haltestelle Kiekut ist Teil der sogenannten „Walddörferbahn“, welche unter anderem die Gemeinden Volksdorf, Wohldorf-Ohlstedt und Großhansdorf, die als Exklaven im preußischen Holstein lagen, jedoch zu Hamburg gehörten, mit der Stadt Hamburg direkt verbindet.

U1-Kiekut
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Geschichtlicher Rückblick zur „Walddörferbahn“

 

• 1911: Erster Vorschlag für Streckenverlauf und konkrete politische Verhandlungen zwischen Preußen und Hamburg.

• 1912: Hamburg und Preußen schießen Staatsvertrag über den Bau einer durchgehenden Bahnstrecke („Walddörferbahn“) von Barmbek nach Wohldorf-Ohlstedt und Großhansdorf.

• 1914: Bis Kriegsausbruch ist ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen. Die endgültige Fertigstellung von Strecke und Haltestellen verzögert sich wegen akuten Materialmangels jedoch erheblich – gelingt aber letztlich doch noch während des Ersten Weltkrieges.

• 1921: Eröffnung der „Walddörferbahn“ auf dem Großhansdorfer Strecken-abschnitt

 

Geschichtlicher Rückblick U1-Kiekut


Wie alle Haltestellen der „Walddörferbahn“ wurde auch die Haltestelle Kiekut vom Architekten und Oberbaurat Eugen Göbel (*20.09.1875 Reinbach/Hessen; † 30.01.1937 Hamburg) im Heimatstil entworfen und um 1915 gebaut. Eröffnet wurde die Haltestelle dann am 17. Juni 1922 unter dem Namen „Schmalenbeck Ost“. Backsteinarchitektur, einheitliche Bahnsteigüberdachungen und hochlehnige Sitzbänke sind dabei die wesentlichen Gestaltungselemente der Walddörfer-Haltestellen. Ebenfalls charakteristisch ist der Mittelbahnsteig, wobei in der Haltestelle Kiekut nur ein Gleis für beide Fahrtrichtungen liegt. Das zweite Gleis wurde zwar verlegt, jedoch wieder entfernt, weil kein zweigleisiger Ausbau umgesetzt wurde.


Im Jahre 1954 wurde das Eingangsgebäude umgestaltet, bevor es 1994 schließlich durch eine kleine Ladenpassage ersetzt wurde, während die Zugangsbrücke und der 120 Meter lange Mittelbahnsteig erhalten blieben.

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