U3 fährt wieder auf der kompletten Ringlinie

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 28.08.2019

Haltestelle Landungsbrücken nach den Bauarbeiten
So wird die U3-Haltestelle Landungsbrücken nach ihrer Fertigstellung aussehen. © HOCHBAHN
  • Streckensperrung kann pünktlich zum 9. September beendet werden
  • Haltestelle Landungsbrücken wird ab Mitte Dezember wieder angefahren
  • Herausforderung: Bauen im denkmalgeschützten Bestand

Ab dem 9. September 2019, Betriebsbeginn, wird die U3 wieder auf der kompletten Ringlinie fahren. Die notwendigen Sanierungs- und Modernisierungungsarbeiten an den Haltestellen Landungsbrücken und Baumwall, die nicht im laufenden Betrieb durchgeführt werden können, werden termingerecht abgeschlossen. Damit können die knapp 40.000 Fahrgäste, die täglich auf der U3 die Haltestelle Landungsbrücken passieren, wieder ungehindert ihre Fahrziele erreichen.

Länger als geplant dauern aber die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an der über 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Haltestelle Landungsbrücken. Die noch anstehenden Arbeiten können bei durchfahrenden U-Bahnen umgesetzt werden. Bis Mitte Dezember werden die Arbeiten abgeschlossen sein, sodass die Haltestelle Landungsbrücken am 16. Dezember wieder geöffnet werden kann. Die Haltestelle wird täglich von 29.000 Fahrgästen genutzt.

Ursprünglich sollte diese Durchfahrt Mitte Oktober beendet sein. Für die zweimonatige Verzögerung ist die Bausubstanz verantwortlich, die deutlich schlechter ist als zunächst erwartbar. Durch die mehrfachen Umbauten der Haltestelle in der Vergangenheit konnten meterlange Risse in tragenden Konstruktionen und Fugen erst während der Abrissarbeiten festgestellt werden. Auch wenn die Schäden kein Sicherheitsrisiko darstellen, hat sich die HOCHBAHN entschlossen, alle Schäden umfassend zu sanieren und die dafür nötige Sperrung der Haltestelle zu verlängern.

Den Fahrgästen empfiehlt die HOCHBAHN, auf andere Verkehrsmittel (S-Bahn, Buslinien 111 und 112) auszuweichen, um die Haltestelle Landungsbrücken zu erreichen. In den Herbstferien (3.-20. Oktober) werden die S-Bahnen aufgrund von Bauarbeiten im City-Tunnel durch Busse ersetzt.

Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wird die Haltestelle Landungsbrücken auch barrierefrei ausgebaut. Dazu erhält jeder Bahnsteig am östlichen Ende einen Aufzug sowie ein taktiles Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen, und die Bahnsteige werden für einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg angehoben. Aufgrund der extremen Kurvenlage der Haltestelle wird zum zweiten Mal im Hamburger U-Bahn-System ein „gapfiller“ eingesetzt. Genutzt wird das System heute schon an der U1-Haltestelle Klosterstern. Die Idee stammt aus Australien: An der Bahnsteigkante werden senkrechte Kunststofflamellen angebracht, die den Abstand zwischen Fahrzeug und Bahnsteig verringern und von Rollstühlen überfahren werden können.

Das Gesamtprojekt soll mit der Inbetriebnahme der Aufzüge im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden. Insgesamt investiert die HOCHBAHN rund 32 Millionen Euro in die Maßnahme. Davon entfallen rund 9 Millionen Euro auf das Senatsprogramm für den beschleunigten barrierefreien Ausbau des U-Bahn-Systems.