U3: Sanierung der historischen Innenstadtstrecke

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 30.09.2019

  • Sanierung des Streckenabschnitts Mönckebergstraße–Rödingsmarkt
  • Bündelung mehrerer Bauprojekte auf der historischen U3-Linie
  • HOCHBAHN investiert 60,0 Millionen Euro in die Infrastruktur

Vor mehr als 100 Jahren wurde die heutige U3 als erste Hamburger U-Bahn-Linie in Betrieb genommen. Damit die historische Strecke auch in den kommenden Jahrzehnten den Fahrgästen zuverlässig kurze Wege in der Innenstadt ermöglicht, stehen im kommenden Jahr umfassende Sanierungsmaßnahmen an. Kernstück des Großprojekts ist die Sanierung des U-Bahn-Trogs, der zwischen den Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt liegt. Die über 100-jährige Bausubstanz muss durch einen kompletten Neubau ersetzt werden. Die Arbeiten können nicht im laufenden U-Bahn-Betrieb umgesetzt werden und erfordern deshalb eine mehrmonatige Unterbrechung der U3 zwischen Hauptbahnhof und Baumwall.

Der U-Bahn-Trog, in dem die U-Bahn vom Rathaus kommend den Tunnel verlässt und auf die Rampe Richtung Rödingsmarkt fährt, liegt im Wasser. Die tragenden Holzpfähle weisen deutliche Erosionserscheinungen auf und müssen komplett erneuert werden. Für die dafür notwendige Absenkung des Wasserspiegels im Mönkedammfleet wird ein Damm errichtet. Anschließend können die Trogwände und die Sohle abgerissen werden. Die neue Sohle aus Stahlbeton wird mit rund 100 Mikropfählen im Untergrund verankert. Eine besondere Herausforderung stellen die Arbeiten in dem engen Tunnel unterhalb des HSBA-Gebäudes dar.

Im Rahmen der notwendigen Trogsanierung wird die HOCHBAHN weitere Projekte bündeln, um in den darauffolgenden Jahren möglichst keine Maßnahmen ergreifen zu müssen, die mit einer Betriebsunterbrechung verbunden wären.

  • Instandsetzung des U-Bahn-Tunnels zwischen Mönckebergstraße und Adolphsplatz: Die historische Bausubstanz, insbesondere Tunneldecke und Tunnelwände, wird saniert. Im Abschnitt zwischen Rathaus und Adolphsplatz wird zudem die Tunnelabdichtung erneuert, um einen dauerhaften Schutz der Konstruktion gegen Feuchtigkeit sicherzustellen.
     
  • Insgesamt vier Stahlviadukte (Brücke Willy-Brandt-Straße, Haltestelle Rödingsmarkt, Graskeller und Mönkedammfleet) sowie das Steinviadukt Mönkedammfleet müssen instandgesetzt werden. Um die Beeinträchtigungen für die Anwohner möglichst gering zu halten, werden die Viadukte während der Arbeiten komplett eingehaust.
     
  • An der Haltestelle Rödingsmarkt werden die Bahnsteigerhöhung verlängert, der Bahnsteigbelag erneuert und die Treppenanlagen saniert. Parallel werden notwendige Korrosionsschutzarbeiten an dem über 100 Jahre alten Bauwerk durchgeführt.
     
  • Zwischen den Haltestellen Rathaus und Rödingsmarkt werden zudem Schienen, Schwellen, Schotter und Stromschienen ausgetauscht.

Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der HOCHBAHN: „Die U3-Strecke ist eine der wichtigen Verbindungen im Innenstadtbereich. Eine hohe Verlässlichkeit und Sicherheit der Infrastruktur ist unverzichtbar für die Mobilität in unserer Stadt. Deshalb müssen wir diese umfangreichen Arbeiten rechtzeitig angehen.“

 

Barrierefreier Ausbau der U3-Haltestelle Rathaus

Im „Windschatten“ des Großprojektes wird auch die U3-Haltestelle Rathaus barrierefrei ausgebaut. Sie erhält je Bahnsteig einen Aufzug direkt zur Oberfläche, erhöhte Bahnsteige für den niveaugleichen Ein- und Ausstieg sowie Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Fahrgäste. Alleine der barrierefreie Ausbau hätte eineBetriebsunterbrechung von rund zwölf Monaten erfordert und kann nun komplett in die Streckensanierung eingebettet werden.

Jens-Günter Lang: „Die Arbeiten erfordern in diesem historischen und sehr herausfordernden Bauabschnitt eine längere Sperrung, als wir sie bei anderen Sanierungsmaßnahmen vornehmen müssen. Allerdings ist die Innenstadt so eng durch andere Schnellbahn- und Buslinien erschlossen, dass die Fahrgäste alle Ziele weiterhin gut erreichen können.“

Im Vorfeld des Sanierungsprojektes hat die HOCHBAHN durch den Einbau einer zusätzlichen Weiche zwischen Hauptbahnhof und Mönckebergstraße sichergestellt, dass alle Fahrgäste aus dem Osten kommend in jedem Fall bis zum Knotenpunkt Hauptbahnhof fahren und von hier auf andere Linien umsteigen können. In der Vergangenheit konnte die U3 bei einer Sperrung in der Innenstadt nur bis zum Berliner Tor fahren.

Die Gesamtmaßnahme kann nach jetzigem Planungsstand frühestens im September 2020 starten und wird vierzehn Monate später abgeschlossen sein. Der Streckenabschnitt von Hauptbahnhof bis Baumwall wird in der Bauzeit gesperrt sein. Davon werden täglich rund 60.000 Fahrgäste betroffen sein, die auf andere Schnellbahn- und Buslinien ausweichen müssen. In die Sanierungsmaßnahmen investiert die HOCHBAHN rund 50 Millionen Euro, für den barrierefreien Ausbau der Haltestelle Rathaus werden rund 10 Millionen Euro veranschlagt.