U3: Stellwerk, Brücken und Barrierefreiheit

Unternehmen, Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 29.06.2017

• HOCHBAHN bündelt mehrere Großprojekte auf der U3
• Instandsetzung und Modernisierung auf der über 100 Jahre alten Strecke
• Busse statt Bahnen zwischen 14. Juli und 7. September 2017

 

Die Sommerferien 2017 mit geringeren Fahrgastzahlen nutzt die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN), um mehrere erforderliche Großprojekte zur Instandhaltung und Modernisierung der U-Bahn-Infrastruktur zu bündeln. So wird das rund 40 Jahre alte Stellwerk Barmbek komplett erneuert. Gleichzeitig werden auf dem Ostast der U3 fünf Brücken instandgesetzt, an drei U3-Haltestellen der barrierefreie Ausbau vorangetrieben, Sanierungsarbeiten an drei weiteren Haltestellen durchgeführt sowie Schienen, Schwellen und Weichen ausgetauscht.


Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der HOCHBAHN: „Die zweifellos größte Aufgabe ist die Kompletterneuerung des Stellwerks Barmbek. Im Schatten dieses Projektes setzen wir weitere notwendige Einzelprojekte um. Das reduziert die notwendigen Sperrungen.“


Projekte gebündelt: geringere Einschränkungen für Fahrgäste
Das Stellwerk Barmbek, über das der U-Bahn-Betrieb auf der U3 zwischen Hamburger Straße und Kellinghusenstraße (inklusive der Strecke bis Wandsbek- Gartenstadt) gesteuert wird, muss komplett ausgetauscht werden. Dabei ersetzt modernste Rechnertechnik die rund 40 Jahre alte Relais-Technik.


Auch die signaltechnischen Anlagen auf insgesamt sieben Haltestellen (Barmbek, Saarlandstraße, Borgweg, Sierichstraße, Habichtstraße, Dehnhaide und Hamburger Straße) werden in diesem Projekt ausgetauscht. Im Zuge der Neuausrüstung läuft zudem der Anschluss an die Betriebszentrale in der Steinstraße und damit der erfolgreiche Abschluss des Projekts „Zentrale Betriebssteuerung“. Damit sind alle Stellwerke des U-Bahn-Netzes an die Betriebszentrale im Hochbahn-Haus angeschlossen und werden zentral gesteuert.


Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten finden an fünf Brücken auf dem Ostast der U3 zwischen den U-Bahn-Haltstellen Barmbek und Mundsburg statt. Auf der Strecke zwischen Barmbek und Berliner Tor werden 2,5 Kilometer Schienen, 1,5 Kilometer Schwellen sowie mehr als ein Kilometer Stromschienen ausgetauscht.


An sechs Punkten auf dem Ostast der U3 stehen die Haltestellen im Mittelpunkt: Mundsburg, Hamburger Straße und Dehnhaide erhalten neue Bahnsteigbeläge. In drei Haltestellen wird die Sperrung genutzt, um die Arbeiten zum barrierefreien Ausbau durchzuführen, die nicht im laufenden Betrieb möglich sind. Die U3-Haltestellen Uhlandstraße, Lübecker Straße und Habichtstraße werden im kommenden Jahr barrierefrei zu erreichen sein.


Busse statt Bahnen sorgen für Mobilität
Die Arbeiten starten eine Woche vor Beginn der Sommerferien am 14. Juli. In nur acht Wochen müssen alle Projekte soweit abgeschlossen, dass am 8. September mit Betriebsbeginn die Züge auf der gesamten U3-Strecke wieder ohne Beeinträchtigungen fahren können. In der Zeit vom 14. Juli bis 7. September fahren Busse statt Bahnen in den gesperrten Abschnitten der U3. Dabei fahren die Busse im Takt der U-Bahn und halten grundsätzlich an allen Haltestellen der U3 auf dem betreffenden Abschnitt. Folgende Sperrungen sind notwendig:

 

14.-30. Juli: U/S Berliner Tor – U/S Barmbek (U3 Ost)
Der Ersatzverkehr mit Bussen fährt auch die Haltestellen Wartenau (U1) sowie Burgstraße (U2/U4) an. Zusätzliche Fahrempfehlung: U3 über Kellinghusenstraße oder S1 ab Barmbek. Am 29. und 30. Juli wird der Ersatzverkehr mit Bussen über U/S Berliner Tor hinaus bis U Rathaus verlängert, da an diesem Wochenende Brückenbauarbeiten der DB im Hauptbahnhof stattfinden.

 

31. Juli - 27. August: U Mundsburg – U Wandsbek-Gartenstadt (U3 Nordost)
Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Fahrgäste aus dem Norden sollten ab Wandsbek-Gartenstadt die U1 Richtung Innenstadt nutzen.

 

23. August - 7. September: U/S Barmbek – U Kellinghusenstraße (U3 Nord)
Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet, der zusätzlich die U1-Haltestelle Hudtwalckerstraße anfährt. Ab dem 28. August fährt tagsüber die U3 wieder, nur von 20.00 Uhr bis 4.00 Uhr fahren Busse statt Bahnen. Allerdings muss auch tagsüber mit einer geringfügig längeren Fahrzeit gerechnet werden, da die U-Bahn in diesem Zeitraum „auf Sicht“ fahren.


Jens-Günter Lang: „Das Gesamtprojekt ist von uns so konzipiert worden, dass wir die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich halten wollen. Deshalb werden wir keine komplette Sperrung des betroffenen Bereichs vornehmen, sondern nur die Strecken sperren, an denen wir tatsächlich in der jeweiligen Phase arbeiten.“


Investitionen in die Infrastruktur und die Sicherheit
Das Gesamtprojekt mit allen Maßnahmen umfasst ein Investitionsvolumen von rund 47 Millionen Euro. 30 Millionen Euro entfallen auf den Austausch des Stellwerks, rund 10 Millionen Euro auf den barrierefreien Ausbau der drei Haltestellen, 4 Millionen Euro auf die Instandhaltungsarbeiten auf der Strecke und in den Haltestellen sowie 3 Millionen auf die Brückensanierungen.


Information und Kommunikation
Für die Information der Fahrgäste wird die HOCHBAHN insgesamt 75 000 Flyer verteilen und auf allen Haltestellen Plakate aushängen. Vor Ort informiert Servicepersonal über den Ersatzverkehr. Alle aktuellen Informationen sind über hvv.de und die Informationshotline 19449 zu erhalten.