Sprung über die Elbe - die U4 auf den Grasbrook

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 16.11.2020

  • Vorentwurfsplanungen starten
  • Hamburgerinnen und Hamburger können schon jetzt mitdiskutieren

 

Es ist soweit: Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) startet die Planungen für die Verlängerung der U4 von den Elbbrücken auf den Grasbrook. Damit nimmt „der Sprung über die Elbe“ als wichtiger Bestandteil eines flächendeckenden U-Bahn-Netzausbaus in Hamburg Gestalt an.


Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Mit der U4 machen wir den Sprung über die Elbe und damit gleichzeitig einen riesigen Sprung für die Mobilitätswende in Hamburg. Denn auf dem Grasbrook soll in den kommenden Jahren ein neuer Stadtteil entstehen mit rund 3 000 Wohnungen und 16 000 Arbeitsplätzen, für den mit der Verlängerung der U4 bereits der Grundstein für ein nachhaltiges Mobilitätsangebot gelegt wird. Neben der U-Bahn werden auch von Beginn an Rad- und Fußverkehr mitgedacht und mitgeplant. Das zahlt in dreifacher Hinsicht auf den Klimaverbund ein und ist ein entscheidender Beitrag für die Mobilitätswende.“

Vorentwurfsplanungen starten

Im kommenden Jahr starten die Vorentwurfsplanungen. Hierzu wird ein Realisierungswettbewerb europaweit ausgeschrieben. Konkret geht es dabei um die Planung dreier Bestandteile: Von der U-Bahn-Haltestelle Elbbrücken soll eine neue U-Bahn-Brücke über die Norderelbe führen. Im weiteren Verlauf ist eine Viaduktführung über den Grasbrook geplant. Die neue U4-Haltestelle mit dem Arbeitstitel „Moldauhafen“ soll rund 16 Meter über dem gleichnamigen Hafenbecken liegen und unterhalb der Gleise eine zweite Ebene für Fuß- und Radverkehr umfassen. Sie bindet sowohl den neu entstehenden Stadtteil auf dem Grasbrook als auch den nördlichen Teil der Veddel an das Hamburger Schnellbahnnetz an.


Grundlage für die jetzt startende Vorentwurfsplanung sind verschiedene Voruntersuchungen für die Weiterführung der U4 auf den Grasbrook, die im Frühjahr 2020 erfolgreich abgeschlossen werden konnten und damit die Machbarkeit des Bauprojekts nachweisen.


Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN: „Wir freuen uns, dass die Planungen nun konkreter werden und wir damit einen großen Schritt in Richtung Mobilitätswende machen. Wie auch bereits bei den U4-Arbeiten in der HafenCity ist das Besondere, dass wir durch die gleichzeitige Planung von Stadtteil und U4-Verlängerung einen großen Spielraum für Gestaltungsmöglichkeiten haben. Hierfür stehen wir in engem Austausch mit der HafenCity Hamburg GmbH, um eine bestmögliche Integration des Mobilitätsangebots in das städtische Umfeld sicher-zustellen.“

Der neue Stadtteil auf dem Grasbrook bietet eine rund 65 Hektar große Fläche für Wohnraum, zahlreiche Arbeitsplätze sowie eine vielfältige soziale Infrastruktur durch den Bau von Kitas und einer Grundschule, verschiedener Nahversorgungsangebote, ebenso wie Sport-, Kultur- und Grünflächen. Den Wettbewerblichen Dialog für Städtebau und Freiraum konnten im April 2020 das Planungsteam von Herzog & de Meuron sowie Vogt Landschaftsarchitekten für sich entscheiden. Das weitere Bebauungsplan-Verfahren wird 2021/2022 durchgeführt. Erste bauliche Maßnahmen im Gebiet sind nach aktuellem Stand der Planung ab 2023 möglich.

Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH: „Der Stadtteil Grasbrook wird ein gemischter und lebendiger neuer Wohn- und Arbeitsort für 6 000 Menschen und 16 000 Beschäftigte sein. Zugleich wird er ein international Maßstäbe setzender Innovationsstadtteil sein, der die Grenzen der Ressourcen berücksichtigt. Das ist nur möglich durch ein Mobilitätsangebot, für das die neue U4-Anbindung auf den Grasbrook die zentrale Voraussetzung bietet. Nicht nur die „Grasbrooker“, sondern auch die Menschen auf der Veddel werden von der neuen attraktiven ÖPNV-Anbindung profitieren.“


Bürgerinnen und Bürger von Beginn an mit dabei

Auch bei der U4 auf den Grasbrook sind die Hamburgerinnen und Hamburger wieder gefragt. Am 16. November startet ein Online-Dialog auf schneller-durch-hamburg.de, bei dem Interessierte über die geplante Haltestelle mitdiskutieren können. Die Ergebnisse fließen in den anschließenden Realisierungswettbewerb ein.


Henrik Falk: „Die HOCHBAHN plant Bauprojekte nicht nur für die Hamburgerinnen und Hamburger, sondern auch mit ihnen. Wir haben mit der U1-Haltestelle in Oldenfelde sowie der U4-Verlängerung auf die Horner Geest und verschiedenen Online-Dialogen zur geplanten U5 bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und erhoffen uns auch dieses Mal kreative Ideen und Anregungen zur Planung und Gestaltung der U4-Haltestelle über dem Moldauhafen.“


Für die Vorentwurfsplanungen zum U4-Sprung auf den Grasbrook hat die Freie und Hansestadt Hamburg einen Förderbescheid in Höhe von 4,4 Millionen Euro an die HOCHBAHN erteilt. Auch für die Machbarkeitsuntersuchung der Weiterführung bis nach Wilhelmsburg, die noch in diesem Jahr starten soll, hat die HOCHBAHN den Zuwendungsbescheid nun erhalten. Bislang liegt eine entsprechende Konzeptstudie vor.