U4 Horner Geest: Gute Aussichten auf Förderung

Unternehmen, Infrastruktur | 19.10.2020

  • Freie und Hansestadt Hamburg stellt Förderantrag beim Bund
  • GVFG-Novellierung: Künftig werden bis zu 75% durch Bund finanziert

Erfreuliche Nachrichten gibt es zu einem wichtigen HOCHBAHN-Projekt im Rahmen des HVV-Netzausbaus: Die Freie und Hansestadt Hamburg hat auf Basis des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) eine Förderung für die U4-Verlängerung auf die Horner Geest beim Bund beantragt. Und die Aussichten auf Fördermittel haben sich nochmals verbessert: Künftig werden durch den Bund mehr Mittel für den ÖPNV zur Verfügung gestellt. Das GVFG bot bislang die Möglichkeit einer Übernahme von bis zu 60% der förderfähigen Kosten. Dieser Fördersatz wurde nun auf 75% erhöht.

Die Voraussetzung für eine Förderung ist im Falle des U4-Projekts bereits erfüllt, da mithilfe einer Standardisierten Bewertung der gesamtwirtschaftliche Nutzen des Bauvorhabens gegenüber dem Bund nachgewiesen werden konnte.

Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Das sind gute Nachrichten für den Bau der U4-Verlängerung auf die Horner Geest und damit auch für die Mobilitätswende in Hamburg. Durch den erfolgreichen Nachweis des gesamtwirtschaftlichen Nutzens der Maßnahme bestehen gute Aussichten auf einen positiven Förderbescheid seitens des Bundes. Mit der Verlängerung der U4 werden wir 13.000 Menschen in Hamburg erstmals einen U-Bahn-Anschluss in fußläufiger Nähe anbieten – das sind genau die wichtigen Angebotsverbesserungen, um die Mobilitätswende in Hamburgs Osten zu einem nachhaltigen Erfolg zu machen.“

 

Zum Hintergrund: Standardisiertes Bewertungsverfahren

Die Standardisierte Bewertung ist ein bundesweit einheitliches, standardisiertes Verfahren, das in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) durchgeführt wurde und Nutzen und Kosten einer Maßnahme miteinander in Beziehung setzt. Darin spiegeln sich Investitionskosten wider, die zur verkehrlich-betrieblichen Umsetzung des Vorhabens zwingend erforderlich sind und damit durch den Bund gefördert werden können. In die Nutzenermittlung fließen beispielsweise Faktoren wie Verkehrsnachfrage und Reisezeitgewinne, eingesparte Pkw-Betriebskosten und CO2-Emissionen sowie Energie- und vermiedene Unfallkosten ein.

Die U4-Verlängerung auf die Horner Geest trägt zum Ausbau einer attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Infrastruktur bei. Sie wird die Fahrgastzahlen im HVV um rund 6.000 je Werktag erhöhen. Das entspricht einer Steigerung der ÖPNV-Verkehrsleistung von etwa 70.000 Personenkilometer pro Werktag. Gleichzeitig sinken die Pkw-Fahrten deutlich um rund 52.000 Personenkilometer werktäglich. Dadurch werden jährlich knapp 2.000 Tonnen CO2 eingespart.

Jens-Günter Lang, Technikvorstand der HOCHBAHN: “Das Projekt läuft bislang sehr erfolgreich. Nach jetzigem Stand planen wir den Start der eigentlichen Bauarbeiten noch für dieses Jahr. 2027 wird die U4 dann bis auf die Horner Geest fahren.“

Die U4-Verlängerung auf die Horner Geest ist ein Projekt im Rahmen des hamburgweiten Netzausbaus. Für die rund 2,6 km lange Strecke werden zwei neue Haltestellen „Stoltenstraße“ und „Horner Geest“ gebaut.