U Landungsbrücken bis Jahresende barrierefrei

Betrieb und Kunden , Infrastruktur | 21.01.2019

  • Umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten ab Mitte März
  • Bündelung mehrerer Projekte auf der U3 am Hafenrand
  • Erforderliche Sperrung auf Haltestelle Landungsbrücken begrenzt

Die U3-Haltestelle Landungsbrücken wird noch in diesem Jahr barrierefrei ausge-baut. Sie erhält zwei Aufzüge, die von der Straßenebene direkt bis auf die Bahnsteige führen. Gleichzeitig werden die Bahnsteige auf der kompletten Länge erhöht, damit ein niveaugleicher Ein- und Ausstieg für die Fahrgäste möglich ist. Zudem erhält die Haltestelle ein taktiles Leitsystem für sehbehinderte Menschen. Im Zuge der Baumaßnahmen saniert die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) die über 100 Jahre alte Haltestelle, die täglich von rund 27 000 Fahrgästen genutzt wird. Unter anderem werden das Haltestellendach sowie die Bodenbeläge und die Beleuchtung erneuert.


Die extreme Kurvenlage der Gleise stellte die Planer des barrierefreien Ausbaus dieser Haltestelle vor besondere Herausforderungen. Eine Erhöhung der Bahnsteige ist zwar möglich, es bleibt aber ein zu großer Abstand zwischen der Bahnsteigkante und der U-Bahn, um beispielsweise mit einem Rollstuhl in das Fahrzeug zu gelangen. Die Lösung ist eine Idee, die die HOCHBAHN aus Australien "importiert" und seit 2017 Jahr erfolgreich an der U1-Haltestelle Klosterstern getestet hat: der "Gapfiller". Diese mit beweglichen Gummilamellen bestückte Metallschiene wird innen an der Bahnsteigkante angebracht und verkleinert die Lücke zum Fahrzeug. Der Gapfiller kann betreten bzw. überrollt werden, Berührungen mit dem ein- oder ausfahrenden Fahrzeug sind unproblematisch.

Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der HOCHBAHN: "Wir sind sehr froh über diese Lösung. Ohne sie wäre zumindest ein Teilabriss des historischen Gebäudes und die Verlagerung der Haltestelle aus dem Kurvenbereich erforderlich gewesen. So können wir die nötigen Baumaßnahmen und die damit verbundenen Einschränkungen für die Fahrgäste deutlich reduzieren. Gleichzeitig nutzen wir die Bauarbeiten, um die notwendige Sanierung der Haltestelle in Angriff zu nehmen."


Sperrung der Haltestelle Landungsbrücken erforderlich


In der Zeit vom 20. Mai (im Anschluss an den Hafengeburtstag) bis zum 8. September werden die Baumaßnahmen durchgeführt, die nicht im laufenden U-Bahn-Betrieb umgesetzt werden können. In dieser Zeit wird die Strecke zwischen den Haltestellen St. Pauli und Baumwall gesperrt. Die gute Nachricht: Durch den Einbau einer zusätzlichen Weiche im Bereich der Haltestelle Baumwall im vergangenen Jahr können mit Ausnahme der Haltestelle Landungsbrücken während der gesamten Zeit alle U3-Haltestellen ange-fahren werden. Im Anschluss an die Sperrung fährt die U3 noch bis zum 13. Oktober ohne Halt durch die Haltestelle Landungsbrücken.

Die HOCHBAHN empfiehlt ihren Fahrgästen in dieser Zeit auf andere Schnell-bahnverbindungen auszuweichen. Fahrgäste aus Richtung Schlump oder Kellinghusenstraße können mit der U2 bzw. U1 über den Jungfernstieg fahren und die Verbindung zum Rathaus (Passage der Städtepartnerschaften) nutzen. Mit der U3 Richtung Baumwall gelangen sie zum Hafenrand. Alternativ fahren die Buslinie 112 zu den Landungsbrücken und die Linien 3 und 17 zum Rödingsmarkt.

Die Zeit der Baumaßnahmen an der Haltestelle Landungsbrücken nutzt die HOCHBAHN, um weitere Projekte umzusetzen. So werden der Tunnel zwischen den Haltestellen St. Pauli und Landungsbrücken instandgesetzt, ein neuer Notausstieg angelegt und insgesamt drei Stahlviadukte zwischen den Haltestellen Baumwall und Landungsbrücken saniert.
In das Gesamtprojekt "Landungsbrücken 2019" investiert die HOCHBAHN rund 28 Millionen Euro. Davon entfallen rund 9 Millionen Euro auf den barrierefreien Ausbau, der aus dem entsprechenden Senatsprogramm finanziert wird.

 

Barrierefreier Ausbau des U-Bahn-Systems in der Zielkurve


Während die Bauarbeiten zum barrierefreien Ausbau der Haltestelle Landungsbrücken starten, werden noch in diesem Jahr die Arbeiten an sieben weiteren Haltestellen abgeschlossen. Auf der U1 sind dies die Haltestellen Alter Teichweg, Wandsbeker Chaussee, Ritterstraße, Lübecker Straße und Lohmühlenstraße. Die U3-Haltestelle Lübecker Straße soll schon Ende März fertig sein. Ebenfalls im Frühjahr wird mit der Haltestelle Joachim-Mähl-Straße die letzte der 25 U2-Haltestellen und damit die komplette Linie barrierefrei.


Im darauffolgenden Jahr 2020 sollen die U1-Haltestellen Straßburger Straße, Fuhlsbüttel Nord und Klein Borstel barrierefrei ausgebaut sein, bevor dann im Jahr 2021 die Innenstadt-Haltestellen Jungfernsteig (U1), Mönckebergstraße, Rathaus, Meßberg und Steinstraße folgen. Mit Abschluss dieser Maßnahmen sind dann rund 95 Prozent des Hamburger U-Bahn-Netzes barrierefrei.


Damit fehlen nur noch die Haltestellen Saarlandstraße, Sierichstraße und Sternschanze auf der U3 sowie Alsterdorf und Hudtwalckerstraße auf der U1. Jens-Günter Lang: "Vier Haltestellen werden wir im Rahmen größerer Infrastrukturmaßnahmen in der ersten Hälfte der 20er Jahre umsetzen. Lediglich bei der U3-Haltestelle Sternschanze müssen wir noch detaillierter in die Planungen für einen eventuellen Neubau einsteigen."