Zweites Mikrodepot fürs RealLabHH am ZOB

Unternehmen | 13.05.2021

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Ende Mai startet mit Frischepost und Tricargo ein zweites Mikrodepot. © HOCHBAHN
  • Zentrales Mikrodepot mit Start-Ups geht Ende Mai an den Start
  • HOCHBAHN verprobt weiteren Ansatz mit Frischepost und Tricargo

Ende Mai wird das zweite Mikrodepot der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) am ZOB in Betrieb genommen. Der Standort gehört zum Teilprojekt „Warenlogistik Mikrodepot“ vom Reallabor Hamburg (RealLabHH). Anders als das erste Mikrodepot in der Burchardstraße fokussiert sich das zweite am ZOB auf die Partnerschaft mit Start-Ups aus dem nachhaltigen Logistikbereich. Das Ziel bleibt gleich: Der innerstädtische Gesamtverkehr soll entlastet und gleichzeitig Emissionen reduziert werden. Mikrodepots werden dabei als zentrale Umschlagspunkte genutzt. Sendungen kommen hier per Lieferwagen an, die Feinverteilung zum Kunden erfolgt mit Lastenrädern. Die HOCHBAHN selbst ist Betreiber der Depots und nutzt das Projekt mit beiden Standorten, um Erfahrungen im Bereich der urbanen Logistik zu sammeln.

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN, Konsortialführung RealLabHH: „Schon jetzt ist das Teilprojekt zur Warenmobilität ein echter Erfolg. Mit dem ersten Standort in der Altstadt haben wir aktuell Deutschlands größtes und volumenstärkstes anbieterübergreifendes stationäres Mikrodepot. Es ist klasse, dass wir mit dem neuen Depot auch einen neuen Ansatz für Start-Ups ausprobieren können. Dieser experimentelle Charakter passt hervorragend zum RealLabHH. Schließlich geht es darum verschiedene smarte und nachhaltige Lösungen für die Mobilität von Morgen direkt unter realen Bedingungen zu erproben.“

Mit tricargo und Frischepost sind zwei junge Unternehmen dabei, die das Mikrodepot am ZOB zum Umschlag ihrer Waren nutzen werden, um sie dann per Transportrad auszuliefern. Durch die Nutzung des Mikrodepots können das Liefergebiet ausgedehnt und weitere Kunden gewonnen werden, die emissionsfrei mit Lebensmitteln beliefert werden. Darüber hinaus wird ein Teil der Fläche – dem Prinzip eines Pop-Up-Stores folgend – variabel an kleinere Unternehmen vergeben, die ebenfalls im Bereich der nachhaltigen urbanen Logistik aktiv sind. Dafür wurde der Verein Cu&ee gegründet.

Guido Haagen, Geschäftsführer tricargo Radlogistik Hamburg UG: „Wir beliefern Firmen und Privathaushalte mit Lebensmitteln und erbringen Postdienstleistungen. Durch das Microdepot können wir unser Liefergebiet ausweiten, so neue Kunden gewinnen und die Auslieferung mit Bestandskunden ausweiten. Dadurch können wir Direktfahrten mit Transportern ersetzen und dazu beitragen, die Stadt sauberer, leiser und lebenswerter zu gestalten.“

Elisabeth Königbauer, Standortleiterin Frischepost Hamburg: „Das Mikrodepot nimmt uns viele Kilometer Fahrstrecke in der Innenstadt ab. Denn wir füllen es einmal auf und können super zentral unsere Kund*innen per Lastenrad beliefern. Das entspricht unserer Philosophie, so klimafreundlich wie möglich unterwegs zu sein. Für unsere Kund*innen bleibt unser komplettes Vollsortiment bestehen. Nur, dass wir die frischesten Lebensmittel der Stadt zusätzlich mit dem Rad vorbeibringen."

Jan Ninnemann, cu&ee: „Die Einrichtung einer Pop-Up-Fläche bietet die Möglichkeit, neue Lieferkonzepte auf der letzten Meile einfach und flexibel zu erproben. Viele Unternehmen mit regelmäßigen Lieferbeziehungen in die Innenstadt sehen die Notwendigkeit ihre Logistik neu zu denken, ihnen fehlt es häufig an Ideen und Möglichkeiten. Cu&ee schließt diese Lücke und leistet einen Beitrag, um noch mehr Unternehmen zum Einstieg in nachhaltige Konzepte für die städtische Ver- und Entsorgung zu bewegen.“

Die Idee des neuen Ansatzes im zweiten Mikrodepot des RealLabHH ist es, Start-Ups und kleineren Unternehmen die Möglichkeit zu bieten das Konzept zu testen, Zugang zu einer geeigneten Lieferumgebung zu erhalten und so Erfahrungen beim Aufbau neuer, urbaner Logistikkonzepte sammeln zu können.

Erste positive Erkenntnisse konnten bereits mit dem im Januar eröffneten Mikrodepot in der Burchardstraße (Hamburger Altstadt) gewonnen werden, welches von den klassischen Paketdienstleistern Hermes, UPS und Deutsche Post Paket sowie dem Lieferservice von Rewe genutzt wird. Der optimale Standort und das an die Bedürfnisse der Logistiker angepasste Gebäude sind ideale Voraussetzungen für das Gelingen des Projektes. Nach den ersten Betriebsmonate zeigen sich alle Partner sehr zufrieden angesichts des bereits erreichten Umschlagsvolumens von etwa 12 500 Sendungen pro Monat. Das Projekt läuft noch bis zum 31. Dezember 2021.