Busse mit langer Leitung

Warum gibt es in Hamburg keine Oberleitungsbusse?

Ein Oberleitungsbus, auch O-Bus oder Trolley genannt, bezieht seinen Fahrstrom mittels Stromabnehmern aus einer Oberleitung über der Fahrbahn. Sein elektrischer Antrieb macht den O-Bus leise und umweltfreundlich. Es spricht also viel für die Mischung aus Straßenbahn und Bus. „Für den flächendeckenden Betrieb in Hamburg sind die Trolleys dennoch nicht geeignet“, erklärt Hochbahner Christian Trahms, Diplom-Ingenieur aus dem Bereich Systemplanung.

„Das größte Problem ist, dass die O-Busse sehr unflexibel im Linieneinsatz sind, denn sie können immer nur dort unterwegs sein, wo es auch eine Oberleitung gibt. Umleitungen zu fahren – wie in Hamburg durchaus öfter erforderlich – wäre also gar nicht möglich.“ Hinzu kommt, dass im gesamten Stadtgebiet erst eine entsprechende Infrastruktur, also unter anderem ein komplettes Oberleitungsnetz, errichtet werden müsste – das wäre nicht nur teuer, sondern auch mit einem immensen Planungsaufwand verbunden. „Eine große Schwierigkeit ist gerade im Hamburger Stadtgebiet schon, überhaupt an die erforderlichen Flächen zu kommen“, so Christian Trahms.



Brennstoffzellen Bus
Brennstoffzellen-Bus Linie 109 © HOCHBAHN

Der Einsatz von O-Bussen wäre daher in jedem Fall begrenzt und würde eine zusätzliche Nutzung alternativ betriebener Busse erforderlich machen. Genau die werden aktuell auf ganzer Linie 109 getestet. Für weniger CO2. Für mehr Komfort. Für Hamburg.