U-Bahn-System mit Signalwirkung

Zeichendeutung

Was bedeuten die rätselhaften Zeichen im Untergrund?

Rätselhafte Zeichen im Untergrund: HAMBURGmobil-Leser Günter Hamborg hat dieses an der Haltestelle Berliner Tor entdeckt und möchte gern wissen, was es bedeutet:
Wir haben ermittelt – und Hochbahnerin Beate Naujoks befragt. Als Leiterin der Betriebsplanung im U-Bahn-Bereich ist sie Expertin in Sachen „Zeichendeutung“. Sie erklärt: „Es handelt sich hierbei um ein Signal, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn von einem Gleis aus verschiedene Fahrstrecken möglich sind.


Das Signal befindet sich im Ausfahrtsbereich aus der Haltestelle und zeigt den U-Bahn-Fahrerinnen und -Fahrern ihre weitere Fahrtroute in Kombination mit der hier zulässigen Höchstgeschwindigkeit an. Auf der Linie U2/U4 steht das ,J‘ somit für Richtung Jungfernstieg (U2/U4). Entsprechend sind dann auch die Weichen gestellt. Auf der U3 dagegen erscheint ein ,R‘, das kennzeichnend für Richtung Rathaus ist. Die angezeigte Zahl – mal zehn genommen – ergibt die Geschwindigkeit.“



U-Bahn-Signale
U-Bahn-Signal © HOCHBAHN

Und wer stellt das Signal ein? „Das sogenannte Steuerungs- und Betriebsführungssystem, kurz: unser SBS“, entschlüsselt Fachfrau Beate Naujoks weiter. „Es wird von unseren Betriebsplanern mit den entsprechenden Fahrplandaten versorgt und versorgt dann wiederum die Fahrerinnen und Fahrer mit freier Bahn bzw. einer komplett eingestellten ,Fahrstraße‘. Dazu gehört auch das automatische Einstellen der Signale und Weichen.“

Weitere Vertreter der hier näher beleuchteten Signal-Gattung finden sich übrigens auch auf den Haltestellen Barmbek und Volksdorf. Insgesamt zählen ganze 1 300 verschiedene Exemplare zur Familie der U-Bahn-Signale. Ziemlich viel Zeichensprache, aber bei über 600 000 beförderten U-Bahn-Fahrgästen täglich muss schließlich alles seine (Signal-)Ordnung haben.