Ein Saisongeschäft?

Schüler Lennart Schieske aus Altona will es wissen: „Werden die öffentlichen Verkehrsmittel eigentlich häufiger im Sommer oder im Winter genutzt? Und ist mehr in Bussen oder in U-Bahnen los?“ Die Wissenswerkstatt hat nachgeforscht.
 

Bei strahlendem Sonnenschein tritt der „gemeine Hamburger“ in die Pedale und ist auch einem kleinen Spaziergang nicht abgeneigt. Sobald es draußen aber ungemütlich ist, werden Busse und Bahnen voller. Schließlich möchte man einigermaßen trockenen Fußes am Ziel ankommen. So zumindest der Eindruck. Doch stimmt diese Wahrnehmung mit den tatsächlichen Zahlen überein?

U-Bahn Winter
2013 verzeichnete die HOCHBAHN ein Plus von 1,5 Prozent.
© HOCHBAHN

Dr. Wolfgang Stobbe, Experte im Bereich Verkehrswirtschaft bei der HOCHBAHN weiß es: „Die Zahlen sind u. a. stark abhängig vom Wetter. In der Tat haben wir in der kalten Jahreszeit mehr Fahrgäste in unseren Bussen und U-Bahnen als in der warmen.“
Es gibt deutliche saisonale Unterschiede zwischen den einzelnen „U-Bahn- und Busfahrer-Typen“. So stellen im Winterhalbjahr vor allem Schüler, Studenten und Berufspendler den Großteil der Fahrgäste. Eher spärlich vertreten sind dagegen Touristen. In den Sommermonaten ändert sich das Verhältnis: Durch Schul- und Semesterferien schrumpft die Gruppe der ansässigen Hanseaten, dafür sind mehr Touristen unterwegs.

HOCHBAHN-Bus
Übers Jahr verteilt waren insgesamt 436 Millionen Fahrgäste mit ihren Bussen und U-Bahnen unterwegs.
© HOCHBAHN

Letztere sind häufig auf der Linie U3 anzutreffen, denn mit ihr erreichen sie viele Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt. Zudem ist die Ringlinie wegen ihres tollen Blicks über den Hafen beliebt. Auch Open-Air-Events, die tendenziell eher im Sommer stattfinden, wirken sich aufs Fahrgastaufkommen aus. Zu Veranstaltungen wie Alstervergnügen, altonale oder aktuell zur Fußball-WM verstärkt die HOCHBAHN daher ihr Angebot, um dem Andrang gerecht zu werden.  
Die genauen Fahrgastzahlen werden über die automatischen Fahrgastzählsysteme in den Fahrzeugen ermittelt. „Wir stellen ganz klar fest, dass die Zahlen stetig wachsen und immer mehr Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen“, so Dr. Wolfgang Stobbe. Vor einigen Jahren hatten die 111 Buslinien noch mehr Fahrgäste. Inzwischen liegt die U-Bahn mit ihren vier Linien bei der Fahrgastverteilung aber gleichauf.