Winterräder für U-Bahnen

Auch ohne Puschen gut durch den Winter

„Gibt es eine Art Winterräder für U-Bahnen?“

 

Ein klarer Fall für unsere Wissenswerkstatt


… und U-Bahn-Fachmann Thorsten Kornprobst. Der muss bei der Frage etwas schmunzeln: „Nein, Winterräder gibt es nicht und unsere Fahrzeuge bekommen auch keine ,Puschen‘ oder Ähnliches über. Das brauchen sie auch gar nicht.“ Der Hochbahner und Leiter des U-Bahn-Ausbildungszentrums erklärt: „Zum einen verfügen alle U-Bahnen über einen automatischen Schleuder- und Gleitschutz – vergleichbar mit dem ABS und ESP beim Auto.“ Zum anderen besitzt jede U-Bahn eine Sandstreuanlage. „Der Sand wird im Bedarfsfall automatisch vor die führende Achse gestreut“, ergänzt Jürgen Reinhold, Leiter der U-Bahn-Werkstätten in Farmsen und Barmbek.



Der Spritzzug
Auf "Spritztour" im Netz: Der Spritzzug. © HOCHBAHN

Noch vor der Adventszeit durchlaufen die U-Bahnen vier bis sechs Wochen lang ein strammes Wochenendprogramm. „Im Rahmen zusätzlicher Sandbefüll-Aktionen wird dann jedes Fahrzeug an jedem Sonnabend noch einmal neu mit Sand befüllt – macht etwa zehn Tonnen insgesamt an einem Wochenende“, erklärt Jürgen Reinhold. „Denn weniger Schnee und Eis sind eine Herausforderung als vielmehr die tückische Kombination aus Laub und Hamburger Nieselregen.“ Die sorgt nämlich auf den Straßen genauso wie auf den Schienen für schwierige schmierige Fahrbedingungen. Buchstäblich mit Hochdruck wirkt die HOCHBAHN diesen entgegen, indem sie den sogenannten „Spritzzug“ in die Gleisspur schickt. Noch bis Ende November war dieser mit 500 bar knallharter Wasserbestrahlung im HOCHBAHN-Netz auf Laubjagd. Mit diesen Maßnahmen und genügend Sand „im Gepäck“ geht’s mit den mehr als 800 U-Bahn-Wagen der HOCHBAHN sicher durch Herbst und Winter.