Brückeneinhub

Millimeterarbeit mit Schwergewichten

Wie funktioniert eigentlich ein Brückeneinhub?

© Hamburger Hochbahn AG 2018

 

Auf 481 Brücken in Hamburg herrscht täglich reger U-Bahn-Verkehr. Anlässlich der Brückenerneuerung auf der U1 am Waldreiterweg fragte HAMBURGmobil-Leser Tobias Schneider: Wie funktioniert eigentlich ein Brückeneinhub?

Das Schauspiel dauerte knapp zwei Stunden: Ein 500-Tonnen-Kran hob die 37-Tonnen-Brücke an, schwenkte herüber, ließ sie auf riesige Wagenheber herab, dann wurde sie sanft eingepasst. Klingt einfach.

Für Gesamtprojektleiter Torsten Bremer waren damit jedoch bereits zwei Jahre Vorbereitungszeit abgeschlossen. Das Finale bedeutete für das HOCHBAHN-Team noch einmal 23 Stunden Arbeit. „Um 1 Uhr nachts ging es mit der Straßensperrung los, um 16 Uhr konnte der Kran nach allen Vorbereitungen anheben“, berichtet er. An der Brücke wurden dazu Ösen angebracht, an diesen wiederum überdimensionale Karabinerhaken befestigt.

Hat der 17,40-Meter-Koloss nach millimetergenauem Ziehen und Schieben seine Position erreicht, beginnt der Feinschliff: Die Lager unter der Brücke müssen mit Beton untergossen, links und rechts am Übergang riesige Gummibänder angebracht werden. Wozu Gummi? „Zwischen Winter und Sommer muss die Brücke bis zu 60 Grad Temperaturunterschied aushalten. Gummi ist dehnbar und passt sich an.“

Über sieben Brücken ist Torsten Bremer schon gegangen – so viele hat die HOCHBAHN in Hamburg bereits in diesem Jahr erneuert. Für den Fachmann jedes Mal ein Erlebnis: „Man hat alles ausgemessen, jedes Detail geplant und dann kommt die Spannung: Passt alles?“