Einmal Kultur, bitte!

Was hat es mit dem Kulturbus auf sich?

Vor genau 60 Jahren startete in Hamburg mit der Linie 36 der erste SchnellBus durch und verband Blankenese mit der Hamburger Innenstadt. HAMBURGmobil-Leser Tom
Göhl kennt den 36er aus Erzählungen seiner Großmutter als „Kulturbus“ und möchte wissen, was es mit diesem Spitznamen auf sich hat.


Von den Elbvororten in die City – das war zu Omas Zeiten noch eine kleine Weltreise. Um ohne Auto in die Oper, ins Theater oder ins Kino zu kommen, musste man oft umsteigen und lange Fahrzeiten in Kauf nehmen. Kein Wunder, dass die Bewohner der Randbezirke begeistert waren, als am 30. Oktober 1955 die 36 als erster SchnellBus Hamburgs an den Start ging. „Bequem wie der eigene Wagen“ (so die damalige Werbung) bot die HOCHBAHN nun Erste-Klasse-Service und Sitzplatzgarantie.

Schnellbus36 1955
Schnellbus 36: Eröffnung 1955 © HOCHBAHN

Der Weg zu Konzerten und anderen kulturellen Angeboten war frei – und die 36 hatte ihren Spitznamen weg. Musik in den Bussen und die weißen Handschuhe der Busfahrer gehören längst der Vergangenheit an, doch für Touristen ist die Linie 36 inzwischen selbst zu einem kulturellen Highlight geworden: Wenn sie über die Elbchaussee bis zum Altonaer Rathaus und dann vorbei an Michel, Musikhalle, Staatsoper, Binnenalster und Rathaus in die Innenstadt fährt, dann zeigt sie den Hamburger Westen ganz nebenbei von seinen schönsten Seiten – und das „bequem wie der eigene Wagen“.