Neubau von Aufzügen

Geplant, genehmigt, geliftet!

Wie werden eigentlich Aufzüge in eine Haltestelle eingebaut?

Markus Uthmann
Nicht nur beim Haltestellenausbau tritt Markus Uthmann in Erscheinung, sondern auch bei der neuen HOCHBAHN-Werbekampagne.
© HOCHBAHN

HOCHBAHN-Architekt Markus Uthmann begleitet mit seinen Kollegen den barrierefreien Haltestellenausbau und ist somit echter „Lifting-Experte“. Er weiß: ohne sorgfältige Planung kein Aufzug. Dabei geht es stufenweise zum stufenlosen Fahrgastkomfort.
„Die erste Aufgabe der Planer ist die Standortklärung“, so der Diplom-Ingenieur. „Unser Augenmerk liegt vor allem da-rauf, eine geeignete Verbindung zwischen Bahnsteig- und Straßenebene zu finden“, erklärt er weiter. Während es dabei an manchen Haltestellen hoch hin-aus geht wie z. B. im Fall Kellinghusenstraße, ist an anderen eine Lösung mit „Tiefgang“ gefragt.
„Wenn ein geeigneter Standort gefunden ist, sind die technisch-konstruktiven Rahmenbedingungen zu klären. Gibt es z. B. Kabeltrassen oder sonstige Einschränkungen? Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Aspekt, dass wir es mit Bausubstanz zu tun haben, die zum Teil über 100 Jahre alt ist“, betont Markus Uthmann.
 

Nicht zuletzt ist bei allen „Lifting-Plänen“ schließlich auch das Umfeld zu berücksichtigen. Wie soll der Aufzug an das Haltestellengebäude angepasst oder darin integriert werden? Gibt es Denkmalschutzauflagen? „Erst, wenn all diese Punkte geklärt sind, beginnt das Genehmigungsverfahren für den Bau des Aufzugs“, erläutert der Architekt. „Damit einher geht ein umfangreicher und oft langwieriger Abstimmungsprozess mit sämtlichen Trägern öffentlicher Belange – von Bezirksämtern über Versorgungseinrichtungen bis hin zu privaten Betroffenen. Dabei ist es uns sehr wichtig, die Leute ,mitzunehmen‘, ihre Interessen zu berücksichtigen und ihnen unsere Planungen transparent zu machen“, betont Markus Uthmann.

Mit der Genehmigung für den Bau des Aufzugs geht es dann schließlich in die Ausführungsplanung. Darunter fällt nicht zuletzt auch die Planung etwaiger Sperrungen, denn nicht jeder Aufzug lässt sich unter laufendem Betrieb einbauen. „Natürlich liegt unser Fokus darauf, Baumaßnahmen zu bündeln und den Sperrungszeitraum so kurz wie möglich zu halten, aber höchste Priorität hat vor der Schnelligkeit für uns immer die Sicherheit unserer Fahrgäste und des U-Bahn-Betriebs“, betont der Hochbahner.


Und was genau macht Markus Uthmanns Job eigentlich so spannend? „Jede Planung ist zunächst immer ein rein theoretisches Werk. Es dann am Ende fertig und ,live‘ zu sehen, ist schon etwas Besonderes. Aber auch die konkreten Fälle, in denen wir im Zuge der Ausbauarbeiten Gebäudeelemente erneuern und die Haltestellen nicht nur barrierefrei, sondern gleich auch noch richtig schick machen, sind einfach toll“, resümiert der Experte in Sachen „Lifting“.