Neues Betriebshof-Management-System

(Mehr) Ordnung muss sein

Die HOCHBAHN strukturiert die Organisation ihrer über 750 Busse starken Flotte um. So ging auf dem Busbetriebshof in Hummelsbüttel vor einigen Wochen ein neues Management-System an den Start. Die Wissenswerkstatt wollte wissen, was genau es damit auf sich hat. 

Welche Wartungsarbeiten sind wann fällig? Hat das Fahrzeug einen Unfallschaden? Welcher Fahrer soll welchen Bus nehmen? Wo genau ist dieser unter bis zu 200 abgestellten Fahrzeugen zu finden? Und wann tanke ich ihn am besten? Diese und andere Fragen beantwortet künftig das neu ein-geführte Betriebshof-Management-System, kurz BMS.
 

Dr. Heinrich Böse, Fachmann für Systemplanung und Technik bei der HOCHBAHN, erklärt: „Bisher wurde die Einsatzplanung der Fahrzeuge auf unseren fünf Betriebshöfen per Hand gemacht, d. h. Fahrzeuge und deren Stellplätze wurden manuell notiert“, erklärt der HOCHBAHN-Experte. „Ein nicht unerheblicher täglicher Aufwand bei so vielen Fahrzeugen.
Das neue System organisiert Betriebsabläufe jetzt automatisch und vereinfacht bzw. vereinheitlicht vieles. Das schafft mehr Transparenz und spart letzten Endes auch Zeit. Schon jetzt zeichnet sich eine Reihe weiterer Vorteile ab: So heizt das BMS automatisch und abhängig von der Außentemperatur Busse gezielt vor, was die Umwelt weniger belastet. Außerdem lassen sich Fahrzeuge über eine eigens eingebaute Antenne per Funk orten, wodurch ihr Standort auf dem Betriebshof jederzeit einsehbar ist.



Betriebshof-Management-System
Über spezielle Säulen werden die Busse auf den Betriebshöfen mit Strom und Druckluft versorgt.
© HOCHBAHN

Am Start und am Ende jeder Fahrt aktualisiert das BMS Kilometerstand etc. Bemerkt der Fahrer während seiner Tour einen Defekt, meldet er ihn der Leitstelle, die das Fahrzeug sperrt und der Werkstatt einen entsprechenden Auftrag erteilt. Alle 15 Minuten fragt das BMS Dienstdaten sowie einmal täglich Fahrplandaten für die darauffolgenden sieben Tage ab. „Selbst bei unerwarteten Änderungen sind wir immer auf dem neuesten Stand“, so Dr. Böse. „Jeder weiß, wo die Busse stehen und in welchem Zustand sie sind.“
 

Fällt ein Bus aus, kann sofort auf entsprechenden Ersatz ausgewichen werden, ohne den laufenden Betrieb zu stören. 15 Minuten vor Abfahrt lesen die Fahrer über Monitore, welcher Bus ihnen zugeteilt ist. Bisher war zudem nicht einheitlich geregelt, wo auf dem Betriebshof dieses Fahrzeug nach Dienstschluss wieder abgestellt bzw. an welcher Ladesäule es mit Druckluft und Strom versorgt wird. Der Haken: Im System waren Busse bislang nur dann sichtbar, wenn sie mit einer Säule verbunden waren. Zur besseren Übersicht bekommen die Fahrer nun automatisch Plätze zugewiesen.  
Das Projekt ist in Hummelsbüttel gut angekommen. Auch die übrigen vier Betriebshöfe werden nach und nach an das BMS angeschlossen.