Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Warum liegen bei der U-Bahn eigentlich Steine zwischen den Schienen?

Steine Schienen
Die scharfkantigen Steine geben den U-Bahn-Schienen flexiblen Halt.
© HOCHBAHN

Die Antwort kennt Hochbahner Dennis Ross.
„Zunächst einmal: Bei Hitze dehnt sich Metall aus, während es sich bei Kälte zusammenzieht. Das ist ein einfaches Gesetz“, so der ehemalige U-Bahn-Fahrer. Die Schottersteine verkanten sich, sodass sie den Schienen als stabiles Bett dienen. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass die Schienen egal bei welcher Witterung – von Regen über Schnee und Frost bis hin zu großer Hitze – immer stabil, sicher und fest auf dem Boden liegen. Dennis Ross: „Das Schotterbett fängt in erster Linie also Schwingungen und Erschütterungen ab.“ Gleichzeitig lassen die Steine aber den Gleisen noch genügend Spielraum, um bei Temperaturänderungen zu „arbeiten“.

Schotter U-bahn Gleise
Schotter lässt sich verhältnismäßig leicht verlegen und z. B. bei Gleisbauarbeiten wieder entfernen.
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Darüber hinaus kann Regenwasser besser abfließen, was die Gefahr von Gleisbrüchen oder -rissen durch Frost verhindert. Auch Unkraut und anderer Wildwuchs haben kaum Chancen bei solch unwirtlichem Untergrund. Das sieht nicht nur ordentlicher aus, sondern schützt auch den Beton darunter vor dem Aufbrechen.
Weil die HOCHBAHN regelmäßig Schwellen und Schienen wartet und erneuert, ist außerdem der einfache, schnelle Zugang zu ihnen wichtig. Der lose Schotter ist deswegen das Dämmmaterial der Wahl, denn er lässt sich relativ
einfach entfernen und wieder zurückkippen.