Ronald: Aufhören kommt nicht in Frage

 

Bei der HOCHBAHN bin ich seit über 20 Jahren gut gefahren: Im U-Bahn-Betrieb als Zugfahrer, Haltestellenüberwacher, Stellwerksaufseher und Diensteinteiler (Personaldisponent). Das lief immer. Bis auf ein bisschen Hinken hat man mir auch lange nicht viel angesehen. Denn ich habe von Geburt an Behinderungen: eine linksseitige Teillähmung, Beinverkürzung, Hüftdysplasien. Daraus haben sich dann wiederum weitere und „Neben-Erkrankungen“ ergeben.

Nach einem Autounfall 2008 hat sich mein Zustand leider nochmal verschlechtert. Mir war klar: Bald muss mir der Betriebsarzt die „Rote Karte“ für den U-Bahn-Betrieb geben. Da habe ich damals meine Karten lieber selbst neu gemischt und nach einem anderen Job bei der HOCHBAHN gesucht. In die Abo-Abteilung zu wechseln war eine Vernunftentscheidung. Mein Herz hing schon sehr an der U-Bahn. Aber man muss im Leben eben immer Kompromisse eingehen. Frühzeitig in Rente zu gehen, was theoretisch jetzt möglich wäre, ist für mich definitiv das Falsche. Da bin ich schon froh, dass die HOCHBAHN es mir ermöglicht hat, mit Schwerbehindertenstatus einen Job zu machen, den ich jetzt wahrscheinlich bis zum tatsächlichen Rentenalter behalten kann.

Klar, es gibt immer mal Phasen, wo man niedergeschlagen ist. Gerade weil ich mir für meine berufliche Zukunft einiges anders vorgestellt habe. Ich bin aber ein positiver Mensch und nehme die Dinge, die ich nicht ändern kann, möglichst gelassen. Die HOCHBAHN und ihre Schwerbehindertenvertretung haben mich dabei echt gut unterstützt. Man muss auch selbst aktiv werden und nicht darauf warten, dass einem Dinge einfach so gegeben werden. Dinge, die mir den Arbeitsalltag erleichtern, z.B. ein höhenverstellbarer Schreibtisch oder Stuhl, sind mittlerweile ja möglich.

Ich arbeite in Vollzeit und überwiegend in der telefonischen Kundenbetreuung, da spielt meine körperliche Behinderung keine Rolle. Einzig beim Thema Schichtpläne bin ich in einer Sondersituation: Ich muss regelmäßig zur Therapie, sonst würde sich mein Zustand verschlechtern. Deshalb sind meine Dienstpläne etwas flexibler als die meiner Kolleg*innen. Sie sagen zwar nichts, diese Sonderrolle ist mir trotzdem manchmal unangenehm. Ich möchte nicht, dass andere denken, ich würde bevorzugt. Für die Zukunft wäre Home Office als Option für mich toll. Es gibt einfach Tage, da wollen die Knochen nicht, aber geistig bin ich voll arbeitsfähig. Dann möchte ich nicht, dass das Team meinen Job mitmachen muss. Hier gibt es wohl noch einige technische Hürden mit der Telefonanlage, die hoffentlich bald gelöst werden können.