Marlies und Alexandra: Ein echtes HOCHBAHN-Paar

Diversity
© HOCHBAHN

 

Moin! Wir beide sind Zugfahrerinnen. Kennen (und genau genommen auch lieben) gelernt haben wir uns 2018 beim Lehrgang für diesen Job. Alexandra war vorher schon als Busfahrerin für die HOCHBAHN unterwegs und ich wollte zunächst eigentlich auch in den Busbetrieb. Zu meinem vorigen Job im Einzelhandel bin ich immer mit dem Bus gefahren. Da hat mich eines Tages eine Zugfahrerin angesprochen. Sie war es, die mich überzeugte, zur HOCHBAHN zu gehen. “Zugfahren ist viel eher was für dich, nicht so stressig, wie der Busjob”, sagte sie. Aus diesem Grund hat auch Alexandra vom Bus zur U-Bahn gewechselt. Doppeltes Glück für uns, dass uns das Schicksal auf diese Weise zusammengeführt hat.

 

Durch den Lehrgang haben wir viel Zeit miteinander verbracht – und uns immer besser kennengelernt. Daraus ist dann mehr geworden. Dass wir uns verliebt haben, war und ist für unsere Kolleg*innen oder auch Vorgesetzte kein Thema. Über sexuelle Orientierung spricht man, wenn überhaupt, ohnehin ja nur im persönlichen Gespräch mit denjenigen, die einem sympathisch sind. Eigentlich spricht man aber eben auch nur über die Freizeit, Hobbies oder das nächste Urlaubsziel – ganz normal halt. Als wir das erste Mal zusammen in den Urlaub gefahren sind, haben viele gedacht, dass wir einfach gute Freundinnen sind. Das passiert häufiger. Es wird nicht automatisch darauf geschlossen, dass wir ein Paar sein könnten, vielleicht gibt es deshalb auch weniger Irritationen. Die Wahrnehmung von homosexuellen Männern ist da oft eine andere.

 

Wir finden, dass es keinen Stempel für uns und unsere Beziehung braucht. Das Label “Lesbe” ist so überflüssig wie sonst was, genau wie “Schwuchtel” oder „die Schwulen”. Das ist alles irgendwie negativ besetzt. Und Sprache macht schließlich etwas mit uns Menschen.

 

Generell nehmen wir die Menschen in Hamburg aber als sehr weltoffen wahr. Da ist Homosexualität kein großes Ding. Nur ein einziges Mal gab es in unserem Job einen Vorfall, wo jemand Homosexualität im Allgemeinen als “Krankheit” bezeichnet hat. Da mussten wir, tief durchatmen, denn natürlich sind solche Aussagen sehr verletzend. Wir versuchen auch dann, denjenigen zu verstehen. In besagtem Fall hatte er einen anderen kulturellen Hintergrund, indem Homosexualität eben nicht als normal angesehen wird.

 

Für uns zeigt das, wie wichtig es nach wie vor ist, darüber zu reden und aufzuklären. Und trotzdem gibt es natürlich auch Momente, wo es tierisch nervt, dass über Homosexualität so anders gesprochen wird als über Heterosexualität. Letztlich geht es doch immer um die Liebe! Welche Rolle spielt da das Geschlecht?

 

Dass sich die HOCHBAHN klar positioniert, niemanden wegen seiner Sexualität benachteiligt und auch Zeichen setzt, wie z.B. die Regenbogenflagge auf dem Dach des Hochbahn-Hauses, ist ein wichtiges Signal. Unser Traum wäre, wenn es eines Tages noch ein eigener Truck der HOCHBAHN beim Christopher Street Day unterwegs ist. Ein klares Bekenntnis zur LGTBQ-Community.

 

Wir sind jetzt das erste Mal beim internen LGTBQ-Stammtisch dabei, den es hier bei der HOCHBAHN gibt. Wir sind schon gespannt, welche Erfahrungen die Kolleg*innen gemacht haben.