Neuer Streikaufruf von ver.di bei der HOCHBAHN – Hamburg wiederholt zum Stillstand gezwungen
Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) wird auch von Samstag, 21. März 2026, von 3 Uhr, bis Sonntag, 22. März, 3 Uhr, bestreikt. Das hat die Gewerkschaft ver.di noch während des aktuell laufenden Streiks am Donnerstag bekannt gegeben. Damit sorgt ver.di bereits zum achten Mal für einen Stillstand im Hamburger ÖPNV. Für die HOCHBAHN ist dieser erneute Streik nicht nachvollziehbar und absolut überzogen – insbesondere, weil die nächsten Verhandlungstermine gemeinsam mit ver.di bereits für den 23. und 24. März angesetzt sind.
Die Auswirkungen werden erneut massiv sein. Am Wochenende findet unter anderem der Auftakt des DOM auf dem Heiligengeistfeld statt. Mit erheblichen Auswirkungen für die Besucherinnen und Besucher ist zu rechnen.
Saskia Heidenberger, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der HOCHBAHN: „ver.di handelt unverantwortlich und wir fordern die Gewerkschaft auf, Lösungen am Verhandlungstisch zu finden. Die Gewerkschaft trägt die Verantwortung dafür, dass Hamburg mittlerweile zum achten Mal nahezu still steht.“
ver.di hatte die Mitarbeitenden der HOCHBAHN bereits am 2.2., 17.2., 18.2., 19.2., vom 27.2. bis 28.2. und am 19.3. zu Streiks aufgerufen.
Saskia Heidenberger weiter: „ver.di eskaliert eine Situation aus laufenden Verhandlungen heraus. Das ist abslout unnötig und destruktiv. Denn gemeinsam mit ver.di haben wir die nächsten Verhandlungstermine für den 23. und 24. März vereinbart. Lösungen werden nur am Verhandlungstisch erzielt und nicht auf der Straße.“
Statt am Samstag zu streiken fordert die HOCHBAHN ver.di auf, den Tag für zusätzliche Verhandlungen zu nutzen.
Die HOCHBAHN hatte ihr Angebot nochmals deutlich verbessert. Es setzt mit einer Erhöhung von bis zu 8,1 Prozent über die Laufzeit von 30 Monaten ein deutliches Signal für die Beschäftigten. Das Angebot enthält u.a. die folgenden Punkte:
Steigerung des Entgelts um 2,1 Prozent (mindestens 90 Euro) rückwirkend ab dem 01. Januar 2026. Der Mindestbetrag bedeutet für die größte Arbeitnehmergruppe, den Fahrdienst eine Steigerung um 2,5 Prozent.
Steigerung des Entgelts um 2,0 ab dem 01. Juli 2027 bei gleichzeitiger bereits beschlossener Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde auf 37 Stunden Wochenarbeitszeit.
Steigerung des Entgelts um weitere 2,1 Prozent ab dem 01. Mai 2028.
Laufzeit des Entgelttarifvertrages bis zum 30. Juni 2028.
Damit liegt das Entgeltangebot der HOCHBAHN bei einem durchschnittlichen Plus von 6,6 Prozent. Mit Blick auf den Fahrdienst und somit auf das Kerngeschäft der HOCHBAHN mit rund 4.800 Mitarbeitenden liegt das Plus gemessen an der größten Entgeltgruppe bei 6,8 Prozent.
Das Angebot der Arbeitsgeberseite enthält weiterhin einen Vorschlag zur Umwandlung eines Teils der bereits vereinbarten Arbeitszeitabsenkung im Jahr 2027 von 0,5 Stunden Wochenarbeitszeit in eine Gehaltssteigerung von zusätzlichen 1,3 Prozent. Diese Option würde den Arbeitsnehmerinnen und Arbeitnehmern ein durchschnittliches Gehaltsplus von 7,9 Prozent, in der größten Entgeltgruppe des Fahrdienstes von bis zu 8,1 Prozent bringen. Eine erste Absenkung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden erfolgte bereits im Jahr 2025. Der aktuelle Manteltarifvertrag der HOCHBAHN wird von ver.di in anderen Verhandlungen als Referenz herangezogen.
Zu allen Informationen zum erneuten Streik hält die HOCHBAHN ihre Fahrgäste über hochbahn.de sowie auf den Social‑Media‑Kanälen auf dem Laufenden.