Stabil auf Rekordniveau: HOCHBAHN verfolgt größte Investitionsoffensive der Unternehmensgeschichte
Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) hält Hamburg mobil. Mit über 552 Millionen Fahrgästen im Jahr 2025 bleibt die Nachfrage beim zweitgrößten deutschen Nahverkehrsunternehmen auf einem historischen Höchststand. Damit das Mobilitätsangebot auch weiterhin den Anforderungen eines zukunftsfähigen und leistungsfähigen ÖPNV standhält, investiert die HOCHBAHN konsequent in ihre Zukunftsprojekte. Im vergangenen Jahr ist die Rekordsumme von 938,5 Millionen Euro an Bruttoinvestitionen geflossen. Mehr als die Hälfte der Summe entfiel auf den U-Bahn-Neubau (322 Millionen Euro) sowie die Anschaffung der neuen Fahrzeuggeneration DT6 (260 Millionen Euro). Im Bus-Bereich, für den insgesamt 180,6 Millionen Euro aufgewendet wurden, stand die Elektrifizierung von Busflotte und Infrastruktur im Fokus.
Jens-Günter Lang, Sprecher des Vorstandes und Vorstand Technik der HOCHBAHN: „Wir setzen aktuell die größte Investitionsoffensive unserer Unternehmensgeschichte um und schaffen damit die Grundlage der Mobilität für die kommenden Jahre. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr haben wir unsere Investitionen um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Damit unterstreichen wir als HOCHBAHN unsere Rolle, starkes Rückgrat der Mobilität in Hamburg zu sein.“
Dr. Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende und Aufsichtsratsvorsitzender der HOCHBAHN: „Die U-Bahnen und Busse der HOCHBAHN waren im Jahr 2025 besonders pünktlich und zuverlässig und die Fahrgastzahlen haben einen neuen Rekord erreicht. Das sind sehr erfreuliche Entwicklungen, die wir gerne in den kommenden Jahren fortsetzen möchten. Wir werden deswegen weiter in die HOCHBAHN und den ÖPNV in Hamburg investieren, um ihn klimafreundlich, zuverlässig und leistungsfähig im Sinne der Hamburgerinnen und Hamburger fortlaufend zu entwickeln.“
Umsatz leicht gestiegen, Jahresergebnis bleibt konstant
Die HOCHBAHN hat ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf 675,4 Mio. Euro steigern können und verzeichnet damit ein Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während das Umsatzwachstum positiv ins Gewicht fällt, sah sich die HOCHBAHN auch 2025 steigenden Kosten für Personal, Energie und Instandhaltung gegenüber. Insgesamt lag der Ausgleichsbetrag der Freien und Hansestadt Hamburg für das Jahr 2025 bei 316,2 Millionen Euro und fiel damit um 61,7 Millionen Euro besser als im Vorjahr prognostiziert aus. Zu berücksichtigen ist, dass in die Bilanz erstmalig das Jahresergebnis der Unternehmenstochter HADAG eingeflossen ist. Abzüglich der hieraus übernommenen -19,2 Millionen Euro beträgt der Ausgleichsbetrag 297,1 Millionen Euro. Damit bleibt dieser im dritten Jahr in Folge auf einem ähnlichen Niveau.
Merle Schmidt-Brunn, Vorständin für Finanzen und Nachhaltigkeit der HOCHBAHN: „Die Ergebnissituation ist Teil der strategischen Entwicklung der HOCHBAHN. Als Unternehmen der Öffentlichen Daseinsvorsorge ist es unser Auftrag, Hamburg nachhaltig mobil zu halten. Nach dieser Maßgabe wirtschaften wir: mit hohen Investitionen in die Zukunft bei gleichzeitigen Maßnahmen zur Kostenkontrolle. Besonders wichtig ist mir zu betonen, dass unsere Investitionen gezielt über nachhaltige Finanzierungsinstrumente abgesichert werden, mit klarer Zweckbindung für eine klimafreundliche Mobilität in Hamburg.“
„Grüne Finanzierung“ und neuer Nachhaltigkeitsbericht nach ESRS
Die HOCHBAHN hat bereits zum dritten Mal in Folge die Bestbewertung „Dark Green“ der Rating-Agentur S&P Global erhalten. Es wird hier die nachhaltige, sprich in Einklang mit den Pariser Klimazielen stehende Ausrichtung von Investitionsprojekten geprüft. Investoren können sich anhand des Dark Green Ratings darauf verlassen, dass sie mit einem Kredit für die HOCHBAHN nachhaltige Zwecke unterstützen.
Resilientes Unternehmen: Steigerung der Krisenfähigkeit
In den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für Betreiber kritischer Infrastruktur grundlegend geändert. Geopolitische Spannungen, hybride Bedrohungen, Cyberattacken, aber auch Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur und auch zunehmende Auswirkungen von Extremwetterereignissen zeigen, dass das Risiko außergewöhnlicher Störungen gestiegen ist. Als systemrelevantes Unternehmen trägt die HOCHBAHN eine besondere Verantwortung für die Mobilität der Menschen und die Funktionsfähigkeit der Region. Deshalb stärkt sie ihre Resilienz – also die Fähigkeit, auf Krisen vorbereitet zu sein, Störungen möglichst zu vermeiden und den Betrieb auch unter außergewöhnlichen Bedingungen schnell und zuverlässig aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen. Das Ziel ist es nicht, auf eine einzelne Bedrohung zu reagieren, sondern die Organisation insgesamt widerstandsfähiger zu machen. Denn Vorsorge ist heute ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung.
Die wichtigsten Investitions- und Zukunftsprojekte im Überblick
U5: Der Bau bei der U5 kommt sichtbar voran. Der erste Abschnitt im Rohbau ist weit fortgeschritten, der Testbetrieb ist ab 2027 im Plan. Parallel laufen bereits die Planfeststellung und die Entwurfsplanung für weitere Abschnitte. Mit der Verlängerung nach Lurup/Osdorf ist eine ganz neue Anbindung im Westen geplant.
Neue U-Bahn-Fahrzeuge: Die HOCHBAHN beschafft mit dem DT6 eine neue Fahrzeuggeneration, die es sowohl im vollautomatischen Betrieb für die U5 sowie mit Fahrerstand geben wird, um ältere Fahrzeugtypen (DT4) sukzessive abzulösen. 2025 wurde eine Einmalzahlung für die erste Bestellung von 48 Fahrzeugen – 7 DT6-A (automatisiert) und 41 DT6-F (mit Fahrerstand) – geleistet. Erste Fahrzeuge sollen termingerecht 2027 geliefert werden.
U4-Verlängerung: Der Baufortschritt erreicht zentrale Meilensteine: Das Richtfest an der Haltestelle Horner Geest im Juli 2025 markierte den Übergang in die finale Bauphase, die Inbetriebnahme soll planmäßig Ende 2027 erfolgen. Zusätzlich wird der Netzausbau strategisch fortgesetzt: Die Planungen für die Verlängerung auf den Grasbrook sind abgeschlossen, das Planfeststellungsverfahren ist gestartet.
U-Bahn100: Auf dem Weg zum automatisierten U-Bahn-Betrieb ist auf Teilabschnitten der Linien U2 und U4 die Montage von Automatisierungstechnik abgeschlossen. Es sind bereits erste Testfahrten im Streckennetz erfolgt.
Bau U3-Haltestelle Fuhlsbüttler Straße: Der Planfeststellungsbeschluss für neue Haltestelle Fuhlsbüttler Straße liegt vor. Der Baustart soll ab 2027 erfolgen, die Inbetriebnahme wird für 2029 angestrebt.
Barrierefreier Ausbau: Die HOCHBAHN hat mittlerweile bereits 89 der insgesamt 93 Haltestellen im U-Bahn-Netz barrierefrei ausgebaut. Der Ausbaugrad liegt damit bei 96 Prozent. Mit der U3 Saarlandstraße kommt noch die 90. Haltestelle in diesem Jahr hinzu. Während die U1-Haltestelle Kiekut aufgrund von sehr niedrigen Fahrgastzahlen sowie einer bestehenden barrierefreien Busanbindung nicht für den Umbau vorgesehen ist, folgen die verbleibenden zwei Haltestellen in den nächsten Jahren. Die Bauvorbereitung der U3 Sierichstraße soll 2027 starten, der barrierefreie Ausbau der U3 Sternschanze soll im Rahmen eines Neubaus realisiert werden.
Bau Bus-Betriebshof Meiendorf: Der Bau des ersten Busbetriebshofs der HOCHBAHN, der planmäßig nur für Elektrobusse ausgelegt ist, wird Mitte 2026 abgeschlossen. Die Inbetriebnahme erfolgt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026.
Die HOCHBAHN rüstet außerdem bestehende Busbetriebshöfe mit E-Ladeinfrastruktur aus und baut einen neuen technischen Betriebshof am Rübenkamp.
Elektrifizierung der Busflotte: Einher mit dem Ausbau der E-Ladeinfrastruktur an den Busbetriebshöfen geht die Elektrifizierung der Busflotte. Die HOCHBAHN setzt im Rahmen ihrer Zukunftsstrategie weiter konsequent auf E-Mobilität. Die Elektrifizierungsquote der Busflotte liegt im Mai 2026 bei 39 Prozent, das heißt 432 Fahrzeuge sind ohne den lokalen Ausstoß von CO2-Emissionen unterwegs. Zusätzlich steht die Umstellung auf alternative Kraftstoffe bei Verbrennerbussen in der Flotte im Fokus. Die HOCHBAHN setzt auf HVO als Übergangslösung: Aktuell werden 52 Prozent der Verbrennerbusse mit HVO betankt.
Busanlage Harburg: Seit Juni 2024 baut die HOCHBAHN die Anlage um und wird im Zeitplan zum Jahreswechsel fertig. Mit täglich rund 40.000 Fahrgästen ist es einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Hamburger Süden.
Busanlage Rahlstedt: Das Projekt befindet sich in der finalen Bauphase. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind noch in diesem Jahr vorgesehen. Mit der neuen Busanlage entsteht in Rahlstedt ein moderner und leistungsfähiger Mobilitätsknotenpunkt, der den Busverkehr im Hamburger Osten langfristig neu strukturiert und deutlich aufwertet.
Autonomes Fahren: Mit dem AD-Hub wurde der erste speziell für autonome Fahrzeuge konzipierte Betriebshof der HOCHBAHN zum Dezember 2025 fertiggestellt. Die autonomen Shuttles des Fahrzeugherstellers HOLON, dem Partner der HOCHBAHN im ALIKE-Projekt, sind im Rahmen von Testfahrten regelmäßig auf den Hamburger Straßen unterwegs und sammeln wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung autonomer Fahrtechnologie. Die HOCHBAHN sieht hier einen entscheidenden Hebel für die Zukunft der Mobilität.
Fahrgäste im Fokus: Digitale Services, Qualität und Sicherheit
Um den Anforderungen ihrer 552 Millionen Fahrgäste gerecht zu werden, treibt die HOCHBAHN nicht nur Infrastrukturprojekte, sondern auch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Fahrgasterlebnisses sowie einer erhöhten Sicherheit im ÖPNV voran. Jüngstes Beispiel ist die Integration von StadtRAD Hamburg Ende Juni 2026 in die hvv switch App. Die Mobilitäts-App für Hamburg und Umgebung hat vor Kurzem den Meilenstein von 2 Millionen Registrierungen verzeichnet. Darüber hinaus steht bei der HOCHBAHN auch die Frage im Fokus, was sich in puncto Sauberkeit verbessern lässt. Derzeit läuft ein Pilotprojekt zu Verschmutzungsmeldungen per QR-Code in der U-Bahn-Linie U3. Die Auswertung erfolgt im Spätsommer.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung des Sicherheitsgefühls im ÖPNV. Die HOCHBAHN-WACHE ist noch präsenter im Betrieb unterwegs: 2025 wurden 40 Stellen besetzt, für 2026 ist ein Aufbau von 60 Stellen vorgesehen. Auch wenn die objektive Sicherheitslage gut ist, kommen zur Prävention und für ein besseres Sicherheitsgefühl seit August 2025 Bodycams zum Einsatz. Darüber hinaus zeigen langfristige Kooperationen wie die „Allianz Sicherer Hauptbahnhof“, dass durch ein eng verzahntes Vorgehen die Sicherheit und Aufenthaltsqualität im Umfeld des Hauptbahnhofs nachhaltig verbessert werden können. Die Allianz hat im Juni 2026 ihre Drei-Jahres-Bilanz veröffentlicht. Weiterhin setzt sich die HOCHBAHN mit den Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) auseinander. Ein Pilotprojekt zur KI-gestützten Erkennung sicherheitsrelevanter Muster in Videobildern, das im vergangenen Jahr in den Testbetrieb gestartet ist, offenbart großes Potenzial dieser Technologie.